Kardinal Schönborn über die Jugendwallfahrt nach Mariazell, Maximilian Kolbe und die „radikalste Form von Aufbruch“

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MARIAZELL, 17. August 2007 (ZENIT.org).- Die internationale Wallfahrt, die von Sonntag bis Mittwoch rund 3.000 junge Menschen aus mehreren mitteleuropäischen Ländern in Mariazell zusammenführte, ist in den Augen des Wiener Erzbischofs Christoph Kardinal Schönborn ein kräftiges Zeichen dafür, dass das Miteinander der Völker, wie es beim Mitteleuropäischen Katholikentag 2003/2004 so deutlich zu spüren gewesen sei, weiter vertieft werde.



„Ich freue mich, dass die mitteleuropäische Idee weitergeht“, bekräftigte der Kardinal am Dienstag im Gespräch mit dem Programmdirektor von Radio Maria Österreich, P. Andreas Schätzle. „Ganz offensichtlich geht auf der Jugendebene das Miteinander unserer Länder fast besser als auf der Erwachsenenebene.“ Diese Tatsache erklärte der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz damit, dass das Miteinander der Länder „von Menschen getragen wird und nicht von Ideen; von Menschen, die sich kennen, die miteinander gebetet und miteinander auch die Mühsal einer Wallfahrt geteilt haben. Die sind einfach auf Dauer miteinander verbunden.“

Zum Schlagwort „Aufbrechen“, dem Motto der Jugendwallfahrt, bemerkte Kardinal Schönborn am Gedenktag des heiligen Maximilan Kolbe: „Wenn man den Tagesheiligen von heute nimmt, dann wird das Wort ‚Aufbrechen‘ in einer ganz anderen Dimension sichtbar. Das ist vor allem das Aufbrechen zur Radikalität der Nächstenliebe aus der Kraft der Gottesliebe.

Maximilian Kolbe ist nicht nur jemand, der aufgebrochen ist bis nach Japan – als Missionar, der Ungeheures aufgebaut hat: das Presseapostolat –, sondern jemand, der diesen ganz berührenden, bewegenden und ihn das Leben kostenden Schritt getan hat, für einen Bruder aufzubrechen, an seine Stelle zu treten und ihm damit das Leben zu retten. Also genau das, was Jesus für jeden von uns macht.“ Der Kardinal verwies diesbezüglich auf die Worte des Apostels Paulus: „Er hat mich geliebt und sich für mich hingegeben“ (vgl. Gal 2,20), und sagte: „Das hat Maximilian Kolbe ganz konkret für seinen, neben ihm stehenden Todeskandidaten und Familienvater getan. Das ist eigentlich die radikalste Form von Aufbruch, aber auch die, die am Tiefsten wirklich die Geschichte bewegt.“

Immer wenn sich jemand wie der Verlorene Sohn aus dem Evangelium dazu entschließe, sich aufzumachen und zum Vater heimzukehren, habe man es mit einem Aufbruch zu tun, wie ihn sich die Kirche wünsche.

„Das geschieht viel im Stillen... Manchmal darf man es sozusagen ‚live‘ erleben. Vieles bleibt im Verborgenen, aber es ist dann auch real und ändert etwas an unserer Welt. Das ist eigentlich das Entscheidende: Heimkehr zu dem, von dem wir alle kommen.“

Kardinal Schönborn ist zuversichtlich, „dass viele der Jugendlichen, die jetzt hier sind, auch am 8. September kommen werden“ – zur Heiligen Messe mit Papst Benedikt XVI. (vgl. www.papstbesuch.at).