Kardinal Schönborn warnt vor der „Tötung aus Mitleid“

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WIEN, 10. Oktober 2008 (ZENIT.org).- „Der Mensch soll nicht durch die Hand, sondern an der Hand eines Menschen sterben“: Diese Devise von Kardinal Franz König sollte auch in Zukunft den Weg Österreichs bestimmen, bekräftigt der Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn. „Wir brauchen keine Euthanasie. Wir wollen eine gute Sterbebegleitung!“



Der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz lobt in der heutigen Ausgabe einer Wiener U-Bahn-Zeitschrift den breiten Konsens innerhalb der österreichischen Parteienlandschaft darüber, „dass ein menschliches Sterben nicht ein Tod durch die Giftspritze sein kann“. Aber es wäre dennoch „ein starkes Zeichen, wenn alle Parlamentsparteien sich einigen könnten, diesen Weg auch in der Verfassung zu verankern“.

Anlass für den Artikel des Kardinals ist das für Dezember erwartete Urteil über einen Arzt, der einem Bekannten im Jahr 2006 „aus Mitleid“ eine tödliche Injektion verabreicht hatte.

Schönborn warnt diesbezüglich vor der Lobby, die europaweit zur Liberalisierung der Euthanasiegesetze kämpfe, und vor Entwicklungen wie etwa in Holland oder Belgien, wo die „Tötung auf Verlangen (oder auf Drängen der Angehörigen!), Euthanasie – ‚der schöne Tod’, wird das beschönigend genannt“ – schon seit Jahren gängige Praxis sei. Dort würden Kranke, die dies wünschten beziehungsweise manchmal nicht wünschten, „durch ärztliche ‚Kunst’ in den Tod befördert“ - eine „groteske Situation“, da doch der Arzt kraft seines Auftrags und Eids helfen und heilen sollte.