Kardinal Schönborn würdigt Internationales Theologisches Institut für Studien zu Ehe und Familie

Von Dominik Hartig

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WIEN, 11. Dezember 2007 (ZENIT.org).- Das Internationale Theologische Institut für Studien zu Ehe und Familie (ITI), das bisher in der Kartause Maria Thron in Gaming eingemietet war, wird in Trumau bei Wien einen eigenen Campus erhalten. Das kündigte der Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn am Freitag in Wien an.

Im Rahmen eines feierlichen Empfangs wurde das engagierte Projekt, das unter anderem den Ankauf des Baugrundstücks für rund 4,5 Millionen Euro bis 15. März 2008 und den Bau einen Studentenwohnheims mit Wohnräumen für 80 Studierende und 16 Familien für rund 7,5 Millionen Euro bis September 2009 vorsieht, im Erzbischöflichen Palais vorgestellt.

Kardinal Schönborn ist Großkanzler der päpstlichen Einrichtung, in der aufgrund des internationalen Publikums auf Englisch unterrichtet wird. Das ITI wurde im Jahr 1996 auf ausdrücklichen Wunsch Johannes Pauls II. ins Leben gerufen.

Ein Merkmale dieser besonderen Ausbildungsstätte ist nach Worten von Kardinal Schönborn die Tatsache, dass es sich um einen Ort handelt, wo Studenten aus West- und Osteuropa direkt mit den Quellen konfrontiert werden und nicht beim Sekundären stehen bleiben, mit dem Menschen und Welt im Allgemeinen beschäftigt sind. Zu diesen Quellen gehörten vor allem Thomas von Aquin, der „doctor comunis“, der gemeinsame theologische Lehrmeister von Ost und West, aber auch die Werke anderer großer Meister der Theologie, insbesondere der Kirchenväter und Kirchenlehrer.

Das ITI gehe über das Akademische hinaus und zeichne sich durch seinen familiären Ton, das lebendige Miteinander von Studenten und Professoren sowie nicht zuletzt die sichtbare Gebetsgemeinschaft aus. Es sei selbstverständlich, an der Heiligen Messe teilzunehmen oder in der Kapelle zu beten. Und an Sonntagen werde in der Kapelle in Gaming aufgrund der vielen Kinder ein ungewohnt lauter Lärmpegel erreicht worden, der aber das Herz mit Freude erfüllte.

Außerdem atme das ITI, wie Kardinal Schönborn mit Worten Johannes Pauls II. bekräftigte, „mit beiden Lungen“ – der Lunge des Ostens und jener des Westens: Neben den Studierenden des lateinischen Ritus gebe es solche, die dem byzantinischen Ritus angehören – was der ITI-Chor in seinen meditativen Darbietungen, die passend zur Adventzeit zu Besinnung und stillem Gebet anregten, dezent zu Gehör brachte. Durch die Vielfalt der Riten und Traditionen bereicherten sich Studenten und Professoren gegenseitig, erläuterte Kardinal Schönborn, der die Anwesenden dazu ermutigte, das Theologische Institut im Gebet und das Bauprojekt auch mittels großzügiger Spenden mitzutragen.

Von der Tatsache, dass mit dem Standort Schloss Trumau, das sich im Besitz der Heiligenkreuzer Zisterzienser befindet, eine enge Verbindung zwischen dem ITI zur Förderung von Ehe und Familie und der Päpstlichen Theologischen Hochschule Papst Benedikt XVI., einer der größten Priesterausbildungsstätten Europas, hergestellt wird, verspricht sich Kardinal Schönborn sehr viel.