Kardinal-Staatssekretär Tarcisio Bertone besucht Kuba

Inselstaat feiert zehnten Jahrestag des historischen Bescuhs von Papst Johannes Paul II.

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HAVANNA/ROM, 19. Februar 2008 (ZENIT.org).- Kuba unterhält nach Angaben seiner Regierung exzellente Beziehungen zum Vatikan in Rom: „Die Kommunikation zwischen dem kubanischen Staat und dem Vatikan läuft wie geschmiert, ist herzlich und respektvoll", erklärte Außenminister Felipe Pérez Roque am Mittwoch in Havanna anlässlich der bevorstehenden Feierlichkeiten zum Jubiläum des historischen Besuchs von Papst Johannes Paul II. vor zehn Jahren, wie das Internetmagazin Amerikawoche berichtete. Zu diesem Anlass wird Kardinal-Staatssekretär Tarcisio Bertone vom 21. bis zum 26. Februar zu einem Besuch auf Kuba erwartet.

Kardinal Bertone will während seines Aufenthalts unter anderem mit Raúl Castro zusammentreffen. Denn Raul sei derjenige, der das Land inzwischen regiere, sagte Bertone schon vor einigen Wochen dem italienischen Wochenmagazin „Famiglia Cristiana“.

Der Kardinal besuchte Kuba bereits 2001 und 2005. Diesmal aber wird es sein erster Besuch als Staatssekretär des Heiligen Stuhls sein.

Bertone werde mit Vertretern der kubanischen Führung zusammentreffen und eine Reihe von pastoralen Aktivitäten unternehmen, kündigte Pérez weiter. In Anspielung auf Berichte über Unzufriedenheit in der Bevölkerung mit der wirtschaftlichen Lage sagte der Außenminister: „Der zweite Mann in der vatikanischen Hierarchie wird in Kuba keine Arbeitslosen, keine Kinder, die nicht zur Schule gehen und keine Alten vorfinden, die ihrem Schicksal überlassen wurden. Auch wird er keine Diskriminierung von Rassen und gesellschaftlichen Schichten antreffen.“

Nach Worten des Politikers hat es, was die religiöse Frage angeht, seit dem Besuch des direkten Vorgängers von Papst Benedikt XVI. Fortschritte gegeben, und zwar auch im Hinblick auf andere Religionen. Der kommunistischen Führung unter Revolutionsführer Fidel Castro hatte vor allem zugesagt, dass Johannes Paul II. seinerzeit den Egoismus des neoliberalen Systems kritisiert und die Sanktionen der USA gegen Kuba verurteilt hatte.

In Santa Clara, wo Johannes Paul II. die erste heilige Messe eines Papstes auf kubanischem Boden zelebriert hatte, wird der Kardinal-Staatssekretär am Abend des 22. Februar mit den Priestern und Gläubigen zusammentreffen, heißt es in einem Bericht der Nachrichtenagentur der Italienischen Bischofskonferenz, SIR.

Für Bertones Besuch in der Diözese Guantánamo-Baracoa am 24. Februar ist ein Gottesdienst unter freiem Himmel geplant. Für eine Radio-Direktübertragung verhandelt derzeit die katholische Kirche mit den kommunistischen Behörden.