Kardinal Sterzinsky: „Religionsunterricht ist eine Wohltat für die Gesellschaft“

In Berlin auch in Zukunft nur Wahlfach

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BERLIN, 27. April 2009 (ZENIT.org).- „Auch wenn der Volksentscheid nicht gewonnen wurde, hat er viel bewegt“, erklärte der Berliner Erzbischof, Georg Kardinal Sterzinsky, gestern, Sonntag, zum Volksentscheid „Freie Wahl zwischen Ethik und Religion“ in der deutschen Bundeshauptstadt.



Bei einer Wahlbeteiligung von 29 Prozent hatten sich nur 48,4 Prozent für die Aufwertung des schulischen Religionsunterrichts ausgesprochen. In Berlin ist Religion ein Wahlfach. Verpflichtend ist hingegen der Ethik-Unterricht, der vor drei Jahren eingeführt wurde.

Kardinal Sterzinsky bedankte sich bei den Initiatoren der Volksbefragung, dem Verein Pro Reli, sowie bei den Tausenden von ehrenamtlichen Mitarbeitern „aus Kirchen, Verbänden und anderen Gruppierungen, die für ihre Überzeugung auf die Straße gegangen sind und für die freie Wahl zwischen Ethik und Religion geworben“.

Es sei nicht gelungen, „für das Thema Religion und Religionsunterricht genügend Interesse zu wecken. Wir werden weiter versuchen, den Religionsunterricht den ihm gebührenden Platz zu sichern, denn guter Religionsunterricht ist eine Wohltat für die Gesellschaft, nicht nur für die, die daran teilnehmen.“

Kardinal Sterzinsky wies darauf hin, dass Religion nicht nur etwas rein Privates sei. Auch die Kirche bleibe in Zukunft „öffentlich“ und wolle für die Menschen da sein – „in unseren Gemeinden, in den Einrichtungen der Caritas, in unseren Schulen“.

Morgen, Dienstag, laden die Kirchen und der Verein Pro Reli e.V. alle Unterstützer des Volksentscheids zu einem ökumenischen Dankgottesdienst in die evangelische Zwölf-Apostel-Kirche in Schöneberg.