Kardinal Sterzinsky: Um unserer Zukunft willen „eins sein"

Radio-Ansprache des Hirten von Berlin

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BERLIN, 19. Januar 2009 (ZENIT.org).- „Ja, Gott will, dass die Menschen eins sein mögen im Glauben an ihn", bekräftigte der Berliner Erzbischof Georg Kardinal Sterzinsky am Samstag (17. Januar) im RBB-Hörfunk. „Die Uneinigkeit der Christen ist und bleibt ein Skandal, eine Versündigung gegenüber Gott, der die Einheit will." Kardinal Sterzinsky ermutigte alle, sich in diesen Tagen mit den anderen Christen zu verbinden und gemeinsam mit ihnen um das Geschenk der Einheit zu beten.

„In jedem Menschen wohnt die Sehnsucht nach Einheit. Kinder wünschen sich, ihre Eltern mögen sich wieder versöhnen, damit aus der Wohnung wieder ein Zuhause werde. Nach einer Trennung sehnen sich Partner, dass man doch wieder zusammenfinde. Menschen, die in geteilten Ländern leben, kämpfen um die Wiedervereinigung - wir feiern in diesem Jahr ein solches Ergebnis", erklärte der Kardinal zur diesjährigen Weltgebetswoche für die Einheit der Christen, die vom 18. bis zum 25. Januar 2009 durchgeführt wird. Das diesjährige Motto lautet: „Damit sie eins werden in deiner Hand" (Ez 37,17). Die Gebetstexte stammen, wie Kardinal Sterzinsky erläuterte, aus Korea.

„Korea ist ein geteiltes Land. Vor dem Hintergrund der nationalen Teilung haben sich koreanische Christen vom Propheten Ezechiel inspirieren lassen. Denn auch Ezechiel erlebte eine geteilte Nation und sehnte sich nach der Einheit seines Volkes. Rund 600 Jahre vor Christus wurde er dazu berufen, seinem Volk ins Gewissen zu reden und Hoffnung zu geben. Juda war sowohl religiös als auch politisch in einer verzweifelten Lage. Und nicht unschuldig daran, was der Prophet auch deutlich sagt: Euer ‚Tanz ums Goldene Kalb‘, eure Verstöße gegen Gottes Gebote haben euch in diese tragische Situation gebracht. Der Prophet fleht daher zu Gott, seine Landsleute mögen doch um ihrer Zukunft willen ‚eins sein‘ - in Gottes Namen!" Ebenso eindringlich sei das Bedürfnis nach Einheit heute.