Kardinal Stickler provisorisch in Calixtus-Katakomben beigesetzt

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ROM, 18. Dezember 2007 (ZENIT.org).- Der am Mittwoch als ältester lebender Kardinal in Rom verstorbene Österreicher Alfons Maria Stickler ist in seiner vorläufigen letzten Ruhestätte beigesetzt worden: in den römischen Calixtus-Katakomben an der Via Appia, die von den Salesianern Don Boscos betreut werden; jener Ordensfamilie, die der Kardinal aus Neunkirchen angehörte.



Der einstige Bibliothekar und Archivar der Heiligen Römischen Kirche starb im Alter von 97 Jahren. Seine endgültige Beisetzung wird in seiner früheren Titelkirche San Giorgio in Velabro erfolgen.

Nach dem Tod von Kardinal Stickler, dessen Umgänglichkeit, priesterliche Liebe und Frömmigkeit Papst Benedikt XVI. besonders gewürdigt hat, ist der älteste lebende Kardinal der 1911 in Altötting geborene Kurienkardinal Paul Augustin Mayer OSB.

Mayer trat 1930 in das Kloster Metten ein und studierte Theologie in Rom. Nach der Priesterweihe 1935 war er Lehrer in Metten. Von 1939 bis 1966 lehrte er als Theologieprofessor für Dogmatik an der Benediktiner-Hochschule Sant Anselmo in Rom. Als Päpstlicher Visitator war er von 1957 bis 1959 für die Priesterseminare in der Schweiz zuständig. Darüber hinaus wirkte er während des Zweiten Vatikanischen Konzils in der Konzilskommission für Seminare sowie in der nach dem Konzil in der Kommission für das Katholische Bildungswesen. Wesentlich war er am Dekret „Optatam totius“ beteiligt, das die Priesterausbildung neu ordnete.

Als Abt blieb er bis 1971 in Metten. Seit 1968 wirkte er zudem noch als Abt-Präses der Bayerischen Benediktiner-Kongregation. 1971 rief ihn Papst Paul VI. nach Rom, wo er Sekretär der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens wurde. 1972 erhielt er die Bischofsweihe. Am 25. Mai 1985 nahm Johannes Paul II. Mayer als Kardinaldiakon mit der Titelkirche Sant' Anselmo all' Aventino in das Kardinalskollegium auf. Kurz darauf wurde er zum Kardinalpräfekten der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung ernannt. Dieses Amt hatte er bis zum 1. Juli 1988 inne. Am 2. Juli ernannte der Papst ihn zum Präsidenten der päpstlichen Kommission Ecclesia Dei. Mayer ist Träger des Bayerischen Verdienstordens und des Großkreuzes des Bundesverdienstordens.