Kardinal Tauran: Papstreise durchschlagender Erfolg

Neue Sprache und neue Gesten

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 306 klicks

Der Verantwortliche des Heiligen Stuhls für den Dialog mit dem Islam, Kardinal Jean-Louis Tauran, sieht die Reise des Papstes ins Heilige Land als durchschlagenden Erfolg. Tauran wirkte vor seiner Berufung an die Spitze des Rats für den interreligiösen Dialog lange Jahre im diplomatischen Dienst und war auf der Reise ins Heilige Land dabei. Gegenüber Radio Vatikan sagte Tauran, Papst Franziskus habe eine neue Sprache und neue Gesten gefunden. Er sagte:

„Das Bild des Papstes mit seinen beiden Freunden, dem Rabbiner und dem Imam, vor der Klagemauer, ist das Bild, das diese Pilgerreise am besten zusammenfasst. Die Bedeutung des interreligiösen Dialogs – denn alles hängt davon ab, dass die Leute sich kennen, miteinander sprechen, sich ansehen, sich zuhören, und akzeptieren, im anderen etwas Positives erkennen; etwas vom Heiligen und von der Wahrheit, die jede Religion besitzt, auch wenn wir wissen, dass Jesus die ganze Wahrheit ist.“

Der Papst habe eine Einladung zu sich nach Hause ausgesprochen. Er spreche mit einfachen Worten, denen des Herzens, so Tauran. Der Papst vermittle eine besondere Form der Macht, die „Macht des Herzens“, denn er sehe in seinem Gegenüber wirklich einen Bruder. Er toleriere diesen nicht nur, sondern er liebe ihn wirklich. Diesbezüglich sagte er:

„Wie in einer Familie: da toleriert man sich nicht, man liebt sich. Und über diese einfachen Worte, die nichts zu tun haben mit dem internationalen Recht oder den diplomatischen Gepflogenheiten, hat der Papst wirklich ein neues Kapitel aufgeschlagen. Der Nahe Osten, der Dialog zwischen den Religionen, das Ringen um den Frieden können nicht auf dem Status von heute bleiben: etwas Neues geschieht, dank der Macht des Herzens.“