Kardinal Toppo: Schulbildung ist der Schlüssel zur Entwicklung

Vorstellung des „Programms zur katholischen Bildung in ganz Indien“

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NEU-DELHI, 1. Juni 2007 (ZENIT.org).- Die katholische Bildung stelle einen wesentlichen Teil des Sendungsauftrags der Kirche dar und einen Schlüssel zur Entwicklung Indiens, erklärte vor kurzem Kardinal Telesphore Toppo.


Der Vorsitzende der Indischen Bischofskonferenz stellte am Donnerstag das „Programm zur katholischen Bildung in ganz Indien“ vor, den ersten Text, der die Dynamik der katholischen Schulen und Hochschulen erläutere, wie es in einem Bericht von AsiaNews heißt.

Sich auf die Enzyklika Mater et Magistra von Papst Johannes XXIII. beziehend, führte Kardinal Toppo aus: „Die Kirche ist sowohl Mutter als auch Lehrmeisterin. Deshalb beteiligt sie sich so sehr am Apostolat der Bildung und investiert eine gewaltige Menge an Personal und Geldmitteln in die Schulbildung.“

Ohne Ausbildungsmöglichkeiten für die Armen und die an den Rand gedrängten Menschen könne sich Indien nicht entwickeln. Das aber erfordere den Einsatz von Kirche und Staat: „Die Kirche hat im Bereich der Schulbildung stets mit der Regierung zusammengearbeitet. So muss auch die Regierung ihrerseits die Bemühungen der Kirche unterstützen, um der breite Masse die Ausbildung zu ermöglichen.“

Die erste katholische Schulen in Indien wurde vom heiligen Franziskus von Xavier im Jahr 1541 in Goa eröffnet. Heute verfügt die Kirche über 14.539 katholische Schuleinrichtungen in Indien, darunter 448 Hochschulen. Ungefähr 60 Prozent der Schulen befinden sich in ländlichen Gebieten.

Von den sieben Millionen Schülern und Studenten der katholischen Einrichtungen sind 54 Prozent Mädchen und 46 Prozent Jungen. Der Gesamtanteil der katholischen Schüler und Studenten liegt jedoch nur bei 22,7 Prozent; 53 Prozent der Besucher katholischer Schuleinrichtungen sind Hindus.

Die überwiegende Mehrheit der Schüler und Studenten, 41,4 Prozent, lebt unterhalb der Armutsgrenze, während 32,4 Prozent aus Familien mit einem geringen Einkommen kommen und 19 Prozent aus Familien mit einem mittleren Einkommen.

Nahezu alle politischen und wirtschaftlichen Führungskräfte Indiens wurden in katholischen Institutionen ausgebildet.