Kardinal Vlk verurteilt Missbrauch von Geheimdienst-Akten

| 1041 klicks

ROM, 13. Februar 2007 (ZENIT.org).- Der Prager Erzbischof Miloslav Kardinal Vlk hat dazu aufgerufen, die Dokumente aus den Archiven des kommunistischen Geheimdienstes nicht zu missbrauchen.



Der 74-jährige Kardinal kritisierte in der vergangenen Woche in Rom die „Besorgnis erregende Manipulation“ der Aufzeichnungen aus den Jahren der kommunistischen Herrschaft, wie sie gegenwärtig in verschiedenen osteuropäischen Staaten betrieben werde. Er zeigte sich davon überzeugt, dass die Angelegenheit der Kollaboration von Priestern mit dem kommunistischen Regime von den Medien hochgespielt worden sei; eine ganze Reihe von Berichten kommunistischer Spitzel sei veröffentlicht worden, um von der eigenen Verantwortung abzulenken.

Unter denen, die in diesen Berichten angeführt werden, befindet sich nach Angaben des Prager Erzbischofs kein einziger Priester, der sich der Spitzeltätigkeit schuldig gemacht hätte. Vielmehr handle es sich um Kleriker, die sich den Fragen der kommunistischen Geheimdienstmitarbeiter hätten stellen müssen; ihre Aussagen seien nicht als Kollaboration anzusehen, unterstrich Kardinal Vlk.

„Ich versuche nicht abzustreiten, dass schwer wiegende Gründe zu einem verurteilenswerten Verhalten Anlass gegeben haben, aber ich möchte die Journalisten dringend bitten, die Angaben, die die Kollaboration betreffen, nicht zu sehr aufzublasen.“ Kardinal Vlk forderte die Medienvertreter seines Landes darüber hinaus auf, nicht nur die Kirche in den Blick zu nehmen, sondern zu erkennen, dass auch andere Teile der Gesellschaft Verantwortung zu tragen hätten.