Kardinaldekan Angelo Sodano: Wir sind Ihnen näher als je zuvor

Der Stern des Pontifikats von Benedikt XVI. wird weiter strahlen

Rom, (ZENIT.org) | 1322 klicks

Kardinaldekan Angelo Sodano gibt dem Gefühl des Verlustes und der totalen Fassungslosigkeit nach der Ankündigung von Papst Benedikt Ausdruck, den Stuhl Petri zum Ende des Monats aufzugeben. Der Kardinal hob dessen große Zuneigung zur Kirche hervor, der er seinen Dienst als Pontifex mit so großer Liebe und so großer Demut geleistet habe.

„Nun gestatten Sie mir, Ihnen im Namen dieses apostolischen Zirkels –des Kardinalskollegiums- zu sagen, im Auftrag Ihrer lieben Kollegen lassen Sie mich versichern, dass wir Ihnen näher sind als je zuvor, als wir es in diesen acht strahlenden Jahren Ihres Pontifikats waren. Am 19. April 2005, wenn ich mich recht erinnere, fragte ich Sie am Ende des Konklave mit bebender Stimme: „Nehmen Sie die Wahl zum Papst an?“, und Sie zögerten nicht – ebenfalls mit bewegter Stimme – zu antworten, dass Sie die Wahl annähmen, mit der Gnade des  Herrn und im Vertrauen auf die mütterliche Fürsprache Marias, der Mutter der Kirche. Wie Maria haben Sie an diesem Tag Ihr Ja gesprochen und damit begann Ihr strahlendes Pontifikat im Zeichen der Kontinuität, dieser Kontinuität in der Geschichte der Kirche, über die Sie zu uns so oft gesprochen haben; einer Kontinuität mit ihren 265 Vorgängern auf dem Stuhl Petri im Verlauf von 2000 Jahren Geschichte, angefangen vom Apostel Petrus, des einfachen Fischers in Galiläa, bis zu den großen Päpsten des vergangenen Jahrhunderts, vom heiligen Pius X. bis zum seligen Johannes Paul II.  …

Heiliger Vater, vor dem 28. Februar, wie Sie sagten, dem Tag, an dem Sie das Wort Ende unter Ihren Pontifikatsdienst setzen wollen, den Sie mit so großer Liebe, so großer Demut geleistet haben: Vor diesem 28. Februar, an dem Ihr Amt offiziell endet, werden wir, die Gläubigen und die Kardinäle, noch Gelegenheit haben, unseren Gefühlen besser Ausdruck zu verleihen; so werden es Menschen guten Willens gemeinsam mit den Autoritäten vieler Länder tun. … Dann werden wir in diesem Monat noch die Freude haben, Ihre väterliche Stimme zu hören: am Aschermittwoch, an den Donnerstagstreffen mit dem Klerus von Rom, bei den Angelus-Ansprachen an den Sonntagen, bei den Generalaudienzen am Mittwoch: so wird es noch viele Gelegenheiten geben, noch einmal Ihre väterliche Stimme zu hören …

Ihre Mission jedoch wird fortdauern: Sie sagten, dass Sie uns immer nahe sein würden mit Ihrem Zeugnis und mit Ihrem Gebet. Sicherlich, die Sterne am Himmel strahlen für immer und so wird immer über uns der Stern Ihres Pontifikats strahlen. Wir sind mit Ihnen verbunden, Heiliger Vater, und segnen Sie uns.“