Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone bittet kontemplative Orden um Gebet für das Konklave

Besondere Zeit im Leben der Kirche bedarf verstärkten Gebets

Vatikanstadt, (ZENIT.org) | 942 klicks

Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone hat sich in einem Schreiben mit Datum des 21. Februar an die Ordensoberen der kontemplativen Orden der Kirche gewandt, in dem er sie in dieser für das Leben der Kirche besonderen Zeit um das Gebet für das kommende Konklave bittet. Er betont, dass der Heilige Vater, der stets diese Ordensform als das „Herz“ der Kirche bezeichnet habe, diese Bitte mit Freude unterstütze und allen seine besondere Wertschätzung und Liebe ausdrücke.

[Wir dokumentieren den Brief aus dem Staatssekretariat in der offiziellen Übersetzung des Heiligen Stuhls:]

***

Hochwürdiger Vater,
ehrwürdige Mutter,

Ich richte diese Botschaft an Sie, während die ganze Kirche innerlich bewegt die letzten Tage des bedeutenden Pontifikats Seiner Heiligkeit Papst Benedikt XVI. verfolgt und den Antritt des Nachfolgers erwartet, den die im Konklave versammelten Kardinäle nach aufmerksamer gemeinsamer Prüfung der Zeichen der Zeit in Kirche und Welt unter der Führung des Heiligen Geistes wählen werden.

Der Aufruf zum Gebet, den Papst Benedikt XVI. an alle Gläubigen gerichtet hat, damit sie ihn in dem Moment, in dem er das Petrusamt in die Hände des Herrn übergibt, begleiten und zuversichtlich den kommenden Papst erwarten, erhält eine besondere Dringlichkeit für die kontemplativen Orden mit ihrer besonderen Berufung in der Kirche. Bei Ihnen, in Ihren in der ganzen Welt verbreiteten Frauen- und Männerklöstern liegt der Zugang zu der kostbaren Quelle jenes betenden Glaubens, der durch die Jahrhunderte hindurch den Weg der Kirche begleitet und unterstützt – dessen ist sich der Heilige Vater gewiss. So kann sich das kommende Konklave in besonderer Weise auf die Lauterkeit Ihres Gebetes und Ihres Gotteslobes stützen.

Das bedeutsamste Beispiel dieser hohen geistlichen Haltung, welche die wahrste und tiefste Dimension allen kirchlichen Handelns zeigt – sie gründet sich im Heiligen Geist, der die Kirche leitet – wird uns von Papst Benedikt XVI. geschenkt: Nachdem er das Schiff Petri durch die Fluten der Geschichte geführt hat, hat er beschlossen, sich vor allem dem Gebet, der Betrachtung des Allerhöchsten und der Reflexion zu widmen.

Der Heilige Vater, den ich über den Inhalt dieses Briefes unterrichtete, hat mir darüber seine Freude zum Ausdruck gebracht und mich gebeten, Ihnen zu danken und zu bezeugen, welche Liebe und Hochachtung er Ihnen gegenüber hegt.

In christlicher Liebe grüße ich Sie und schließe mich Ihrem Gebet an.

Tarcisio Kardinal Bertone
Staatssekretär Seiner Heiligkeit
Aus dem Vatikan, am 21. Februar 2013

[© 2012 - Libreria Editrice Vaticana]