Kasachstan: Benedikt XVI. ermutigt interreligiösen Dialog

Delegation zu Besuch im Vatikan

Rom, (ZENIT.org) Anita Bourdin | 930 klicks

Papst Benedikt XVI. begrüßte am Mittwoch, dem 6. Februar, eine Delegation aus Kasachstan, die zu Besuch im Vatikan war, und ermutigte zum interreligiösen Dialog.

Am Ende der Generalaudienz im Saal Paul VI. im Vatikan begrüßte der Heilige Vater die Delegation auf Russisch mit den Worten: „Ich freue mich, eine Delegation aus Kasachstan begrüßen zu dürfen, die vom Präsidenten des Senats der Republik, M. Kairat Mami, geleitet wird. Der allmächtige Gott segne euer Land und eure Bemühungen um den Dialog zwischen den Religionen und das Wohl der gesamten Nation.“

Johannes Paul II. hatte Kasachstan 2001 besucht, kurz nach den Attentaten am 11. September in New York und Washington. Am 24. September war der Papst in Astana den Vertretern der verschiedenen im Land verbreiteten Kulturen und Religionen begegnet und war in seiner Ansprache auch auf die Attentate in den Vereinigten Staaten eingegangen: „Hier, in diesem Land, das für Begegnungen und Dialog immer offen war, und vor einer Versammlung so hochqualifizierter Menschen, möchte ich betonen, dass die katholische Kirche den Islam sehr schätzt: den Islam, der betet und denen hilft, die Not leiden. In Erinnerung an die Fehler der Vergangenheit, auch der jüngsten Vergangenheit, müssen alle Gläubigen mit vereinten Kräften daran arbeiten, dass Gott niemals als Vorwand für die Ziele der Menschen genommen werde. Hass, Fanatismus und Terror sind eine Lästerung von Gottes Namen und verunstalten das wahre Bild des Menschen.“

Die kasachische Delegation, die in dieser Woche zu Besuch im Vatikan ist, hat diese Reise anlässlich des zehnjährigen Bestehens einer Kommission für die Weltreligionen unternommen. Die drei großen monotheistischen Religionen sind in dieser Kommission genauso vertreten, wie die wichtigsten asiatischen Religionen (Hinduismus, Buddhismus, Taoismus) und verschiedene traditionelle Religionen Asiens und Afrikas.

Dieser Besuch soll „der Förderung der Harmonie und des Dialogs zwischen den Religionen dienen“. Es soll über Themen wie Religionsfreiheit in der Welt, Bedrohung durch den Terrorismus und die Rolle der Religionen in der Sicherung des Weltfriedens gesprochen werden.

Kasachstan ist durch eine große religiöse Vielfalt gekennzeichnet. Auf einer Bevölkerung von insgesamt etwa 15 Millionen Einwohnern zählt das Land etwa 42,7 Prozent Muslime, 40,2 Prozent Agnostiker, 16,7 Prozent Christen und 0,4 Prozent Vertreter anderer Religion.