Katechese von Papst Franziskus während der Generalaudienz am 3. April 2013

Der erlösende Tod und die Auferstehung Christi

Vatikanstadt, (ZENIT.org) | 1076 klicks

Papst Franziskus hat heute die Katechesenreihe für das Jahr des Glaubens wieder aufgenommen. Er konzentrierte sich auf den erlösenden Tod und die Auferstehung Christi. Der Tod und die Auferstehung seien das Herz der Hoffnung aller Christen. Oft sei dieser Glaube angezweifelt oder verdunkelt worden, was die Gläubigen aber nicht entmutigen dürfe.

 [Wir veröffentlichen die Ansprache in einer Arbeitsübersetzung von Radio Vatikan:]

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„Liebe Brüder und Schwestern, guten Tag!

heute nehmen wir die Katechesenreihe zum Jahr des Glaubens wieder auf. Im Credo wiederholen wir den folgenden Ausdruck: Jesus Christus ist „am dritten Tage auferstanden nach der Schrift.“ Genau das ist das Ereignis, welches wir feiern: Die Auferstehung Jesu, das Zentrum der christlichen Botschaft, wiederholt und weitergegeben seit den Anfängen, damit sie bis zu uns kommt. Der heilige Paulus schreibt dazu an die Korinther: „Denn vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe: „Christus ist für unsere Sünden gestorben, / gemäß der Schrift, und ist begraben worden. / Er ist am dritten Tag auferweckt worden, / gemäß der Schrift, und erschien dem Kephas, dann den Zwölf.“ (1 Kor 15, 3). Dieses kurze Glaubensbekenntnis kündigt tatsächlich das österliche Geheimnis an, mit den ersten Erscheinungen des Auferstandenen von Petrus bis zu den Zwölf: Der Tod und die Auferstehung Jesu sind wirklich das Herz unserer Hoffnung. Ohne diesen Glauben an den Tod und die Auferstehung Jesu ist unsere Hoffnung schwach, sie ist nicht einmal eine wirkliche Hoffnung. Es sind grade der Tod und die Auferstehung Jesu, die das Herz unserer Hoffnung sind. Der Apostel bestätigt das: „Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos und ihr seid immer noch in euren Sünden; und auch die in Christus Entschlafenen sind dann verloren.“ (1 Kor 17). Leider wurde oft versucht, den Glauben an die Auferstehung Jesu zu verdunkeln, und auch unter den Gläubigen selbst wurden Zweifel erweckt. Das ist ein „Rosenwasserglaube’, wie wir sagen. Das ist kein starker Glaube. Das ist aus Oberflächlichkeit geschehen, manchmal auch aus Gleichgültigkeit, beschäftigt mit tausend Sachen, die man für wichtiger hält, als den Glauben, oder nur aufgrund einer flachen Vision des Lebens. Aber es ist gerade die Auferstehung, die uns die größte Hoffnung eröffnet, denn sie öffnet unser Leben und das Leben der Welt zur ewigen Zukunft Gottes hin, zur vollen Freude, zur Gewissheit, dass das Böse und die Sünde besiegt werden können. Und das führt dazu, den Begebenheiten des täglichen Lebens mit mehr Vertrauen zu begegnen, sie mit Mut und Einsatz anzugehen. Die Auferstehung Christi erhellt diese täglichen Realitäten mit einem neuen Licht. Die Auferstehung Christi ist unsere Stärke!

Aber wie wurde uns die Wahrheit des Glaubens und der Auferstehung Christus überliefert? Es gibt zwei Arten von Zeugnissen im neuen Testament: einige bestehen in der Form des Glaubensbekenntnisses, das heißt der einprägsamen Formeln, die auf das Zentrum des Glaubens hinweisen; andere hingegen bestehen in der Erzählung der Auferstehung und der damit verbundenen Fakten. Zur ersten Art: Die Form des Glaubenszeugnisses ist zum Beispiel das Bekenntnis, das wir eben gehört haben, oder im Brief an die Römer, in dem der heilige Paulus schreibt: „denn wenn du mit deinem Mund bekennst: „Jesus ist der Herr’ und in deinem Herzen glaubst: „Gott hat ihn von den Toten auferweckt’, so wirst du gerettet werden.’ (röm. 10, 9). Schon seit den ersten Schritten der Kirche sind der Glaube an das Geheimnis des Glaubens im Tod und der Auferstehung Jesu genau bekannt und klar. Heute hingegen möchte ich genauer auf die zweite Form der Glaubenszeugnisse eingehen, auf die Zeugnisse in der Form einer Erzählung, die wir in den Evangelien finden. Zunächst einmal stellen wir fest, dass die ersten Zeugen dieses Ereignisses die Frauen waren. Bei Tagesanbruch haben sie sich am Grab eingefunden, um den Körper Jesu zu salben und sie fanden das erste Zeichen: das leere Grab (vgl. Mk, 16,1). Es folgt das Treffen mit einem Boten Gottes, der verkündet: „Jesus von Nazareth, der Gekreuzigte, ist auferstanden; er ist nicht hier.“ (vgl. Mk, 16, 5-6). Die Frauen werden von der Liebe angetrieben und sie wissen diese Botschaft mit Glauben anzunehmen: Sie glauben und sie geben die Botschaft sofort weiter, sie behalten sie nicht für sich – sie geben sie weiter. Die Freude darüber, dass Christus lebt, die Hoffnung erfüllt ihre Herzen, das können sie nicht für sich behalten. Und so sollte es auch in unserem Leben sein. Spüren wir die Freude, Christen zu sein! Wir glauben an einen Auferstandenen, der das Böse und den Tod besiegt hat! Wir haben den Mut, „herauszutreten’ um diese Freude und dieses Licht an alle Orte unseres Lebens zu bringen! Die Auferstehung Christi ist unsere größte Sicherheit, sie ist unser wertvollster Schatz! Wie soll man diesen Schatz, diese Sicherheit nicht mit anderen teilen. Er ist nicht nur für uns, er ist, um weitergegeben zu werden. Er ist unser Glaubenszeugnis.

Ein weiteres Element. In den Glaubensbekenntnissen des neuen Testaments werden als Zeugen der Auferstehung nur Männer genannt: Die Apostel, aber nicht die Frauen. Das ist so, denn nach den jüdischen Gesetzen dieser Zeit konnten Frauen und Kinder kein glaubwürdiges Zeugnis ablegen. In den Evangelien hingegen haben die Frauen eine Hauptrolle, eine fundamentale Rolle. Hier können wir ein Element sehen, das für die historische Auferstehung spricht: Wenn es eine erfundene Begebenheit wäre, dann wäre sie nicht mit dem Zeugnis der Frauen verknüpft. Die Evangelisten hingegen erzählen einfach das, was geschah: die Frauen sind die ersten Zeugen. Das sagt uns, das Gott seine Zeugen nicht nach menschlichen Kriterien aussucht: die ersten Zeugen der Geburt Jesu sind Hirten, einfache und barmherzige Menschen, die ersten Zeugen der Auferstehung sind die Frauen. Und das ist schön, das ist ein bisschen auch die Mission der Frauen, der Mütter, der Großmütter: Zeugnis ablegen gegenüber den Kindern, den Enkeln. Dass Jesus lebt, dass er auferstanden ist. Mütter und Frauen: macht weiter mit diesem Zeugnis!

Für Gott zählt das Herz, wie offen wir für ihn sind, ob wir wie Kinder sind, die vertrauen. Aber das lässt uns auch darüber nachdenken, wie die Frauen in der Kirche und auf dem Weg des Glaubens eine besondere Rolle dabei hatten und haben, dem Herrn die Türen zu öffnen, ihm zu folgen und sein Antlitz zu verkünden, denn der Blick des Glaubens braucht immer einen einfachen Blick voll tiefer Liebe. Die Apostel und die Jünger haben Mühe zu glauben, die Frauen nicht. Petrus rennt zum Grab, aber er bleibt vor dem leeren Grab stehen. Thomas muss mit seinen Händen die Wunden des Körpers Jesu berühren. Auch auf unserem Weg des Glaubens ist es wichtig, zu wissen und zu spüren, dass Gott uns liebt und keine Angst davor zu haben, ihn zu lieben: Glauben bezeugt man mit dem Mund und mit dem Herzen, mit Worten und mit Liebe.

Nach der Erscheinung vor den Frauen folgen weitere. Jesus zeigt sich auf neue Weise: Er ist der Gekreuzigte, aber sein Körper ist glorreich. Er ist nicht zum irdischen Leben zurückgekehrt, sondern auf eine neue Art und Weise. Am Anfang erkennen sie ihn nicht wieder und nur durch seine Worte und seine Gesten öffnen sich ihnen die Augen: Das Treffen mit dem Auferstandenen verwandelt, es gibt dem Glauben neue Kraft, eine unumstürzliche Basis. Auch für uns gibt es viele Zeichen, in denen sich der Auferstandene erkennen lässt: Die Heilige Schrift, die Eucharistie, die anderen Sakramente, die Barmherzigkeit, diese Gesten der Liebe die uns einen Strahl des Auferstandenen bringen. Lassen wir uns von seiner Kraft verwandeln, denn auch durch uns können die Zeichen des Todes zu Zeichen des Lebens werden.

Ich habe gesehen, dass es sehr viele junge Leute auf dem Platz gibt, Jungen und Mädchen. Hier sind sie. Euch sage ich: Tragt diese Sicherheit weiter, der Herr lebt und er geht im Leben an unserer Seite. Das ist eure Mission. Gebt diese Hoffnung weiter. Seid verankert in dieser Hoffnung, diesem Anker im Himmel. Haltet die Kette fest, seid verankert und tragt diese Hoffnung weiter. Ihr, Zeugen Jesu, tragt das Zeugnis weiter, dass Jesus lebt und dass uns das Hoffnung gibt und dass es der Welt Hoffnung gibt, die ein bisschen alt geworden ist aufgrund der vielen Kriege, des Schlechten und der Sünde. Los geht’s, ihr jungen Leute!“

[Für die deutschsprachigen Pilger wurden folgende Grüße verlesen:]

„Mit Freude grüße ich alle Pilger und Besucher deutscher Sprache. Der auferstandene Christus ist auch unter uns gegenwärtig. Wir können ihn wahrnehmen im Hören auf sein Wort, mit dem er uns den Weg weist, der zum Leben führt. Er ist gegenwärtig in der Eucharistie und er begleitet uns in unseren Werken der Nächstenliebe. Lassen wir uns von seiner Liebe verwandeln. Euch allen wünsche ich eine gnadenreiche Osterzeit!“

Papst Franziskus grüßte die deutschsprachigen Pilger in italienischer Sprache:

Saluto con gioia i pellegrini e i visitatori di lingua tedesca. Cristo Risorto è presente anche in mezzo a noi. Lo possiamo sentire nell’ascolto della sua Parola in cui Egli stesso ci indica il cammino che porta alla vita. (Ich grüße mit Freude die Pilger und Besucher deutscher Sprache. Der auferstandene Christus ist auch in unserer Mitte gegenwärtig. Wir können ihn im Hören auf sein Wort wahrnehmen, mit dem er uns selber den Weg zeigt, der zum Leben führt.)

[© 2013 – Libreria Editrice Vaticana]