Katechesen vermitteln Gott, das "größte Glück"

Weltjugendtagspilger wandeln auf den Spuren der Heiligen Drei Könige

| 272 klicks

KÖLN, 20. August 2005 (ZENIT.org).- Weltjugendtage sind nicht nur Zeiten der Begegnung und des ausgelassenen Festefeierns, sondern vor allem ein spirituelles Ereignis, dessen ganze Atmosphäre vom Gotteslob, den Sakramenten und der Vertiefung des Glaubens getragen wird. Von Mittwoch bis Freitag pilgerten deshalb Hunderttausende vormittags in diverse Stadien und die rund 300 Kirchen des größten (Erz)Bistums von Deutschland, in denen Kardinäle und Bischöfe in den verschiedensten Sprachen über Gott sprachen. Ausgangspunkt ihrer Katechesen war das Motto, das Menschen aus 197 Nationen nach Köln geführt hat: "Wir sind gekommen, um IHN anzubeten" (vgl. Mt 2,2).



In randvoll gefüllten Kirchen betrachteten die Bischöfe den Gang der Heiligen Drei Könige nach Bethlehem und ihre Rückkehr in die Heimat: "Die Wahrheit als tiefen Sinn menschlicher Existenz suchen" (Mittwoch), "Christus in der Eucharistie begegnen" (Donnerstag) und "In der Welt als wahre Anbeter Gottes leben" (Freitag), so die Themen. Als große Vorbilder für diese zu erwerbenden Grundhaltungen wurden außer den Waisen aus dem Morgenland, deren sterblichen Überreste im Kölner Dom verehrt werden, insbesondere der heilige Albert und die heilige Edith Stein (Benedicta vom Kreuz) genannt. Die Evangeliumsstelle, "sie [die Heiligen Drei Könige, Anm. d. Red.] zogen auf einem anderen Weg heim in ihr Land" (Mt 2.12), erklärten die Bischöfe aus der Schweiz als Kursänderung, die für persönliche Bekehrung stehe. Wenn man Jesus in seinem Leben den ersten Platz einräume, finde man die Kraft, in zahlreichen Situationen gegen den Strom zu schwimmen. Den vielen falschen Idealen und "Götzen", die alle christlichen Werte auszulöschen drohten, könne man dann spielend widerstehen.

Den Sinn der Katechese, bei der es darum geht, "in Christus den ganzen Plan Gottes zu enthüllen und die Menschen zur Gemeinschaft mit ihm zu führen" (vgl. Kompendium des KKK, 80), brachte die 16-jährige Italienerin Karin aus Lodi bei Mailand am Freitagnachmittag in der überfüllten S-Bahn mit wenigen Worten auf den Punkt: "Jeder Mensch sucht nach dem Glück, aber es gibt verschiedene Formen davon. Deshalb muss man erfassen, was das wahre, echte Glück ist, das ist sehr wichtig. Und Gott ist das größte Glück."

Wie alle anderen besuchte sie im Anschluss an die Katechese die Heilige Messe, um danach wieder laut jubilierend mit ihren Freunden und den vielen, die es eines Tages vielleicht auch sein werden, durch die Straßen. Angesichts der lauten und dann wiederum so andächtigen Menschenmassen gesteht Prälat Heiner Koch, Generalsekretär des Weltjugendtags: "Ich kenne keine Großveranstaltung mit so vielen Momenten der Stille und des Nachdenkens."

Domwallfahrt: "Reliquien führen uns zu Gott selbst"

Am Freitagabend nahmen die Pilgergruppen in ihrer jeweiligen Gastpfarre am Kreuzweg teil. Den Kölner Dom haben die meisten schon besucht. Wie Benedikt XVI. gingen sie dorthin, um vor dem Schrein der Heiligen Drei Könige beten, "die bereit waren, alles zu verlassen, um dem Stern zu folgen, der sie zum Retter des Menschengeschlechts führte. Auch ihr, liebe Jugendliche, hattet schon die Gelegenheit oder werdet sie noch haben, dieselbe Wallfahrt zu machen. Diese Reliquien sind nur das hinfällige und ärmliche Zeichen dessen, was die Sterndeuter waren und was sie vor schon so vielen Jahrhunderten erlebten. Die Reliquien führen uns zu Gott selbst: Er ist es nämlich, der mit der Kraft seiner Gnade schwachen Menschen den Mut verleiht, ihn vor der Welt zu bezeugen.

Wenn die Kirche uns einlädt, die sterblichen Reste der Märtyrer und der Heiligen zu verehren, vergisst sie nicht, dass es sich letztlich zwar um armselige menschliche Gebeine handelt; aber diese Gebeine gehörten Menschen, die von der transzendenten Macht Gottes durchdrungen worden sind. Die Reliquien der Heiligen sind Spuren jener unsichtbaren aber realen Gegenwart, welche die Finsternis der Welt erhellt, indem sie das Reich Gottes sichtbar macht, das in uns ist. Mit und für uns rufen sie: 'Maranatha!' – 'Komm, Herr Jesus!'" (Benedikt XVI., Ansprache auf der Pollerhöhe am Rhein, 18. August).