Katechumenen im Petersdom

Vergesst nie den Blick Jesu

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 332 klicks

Am Samstagnachmittag sind 35 Taufbewerber aus verschiedenen Nationen von Papst Franziskus offiziell in den Katechumenat aufgenommen worden. Weitere 500 Katechumenen waren im Petersdom anwesend.

Zu Beginn der Feier trugen einige der Anwesenden in ihrer Landessprache ihren Glaubensweg vor und veranschaulichten, auf welche Art und Weise sie zum Glauben gefunden hatten. Papst Franziskus zeigte sich tief bewegt und sagte, alle Anwesenden hätten trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft viel gemeinsam haen, vor allem jedoch eins: den Wunsch nach Gott. Wenn dieser Wunsch, dieses Bedürfnis, nicht mehr vorhanden sei, werde der Glaube eine Alltäglichkeit und riskiere zu verlöschen. Es gebe drei Momente, die die Erfahrungen des Katechten umschrieben. Zunächst das Zuhören:

„Auch ihr, liebe Katecheten, habt denjenigen zugehört, die euch von Jesus erzählt und euch vorgeschlagen haben, ihm zu folgen, um so durch die Taufe zu seinen Jüngern zu werden. In dem Tumult, den viele Stimmen um uns und in uns erzeugen, habt ihr zugehört und die Stimme wahrgenommen, die euch Jesus gezeigt hat, als einzige, die eurem Leben einen Sinn geben kann.“

Die zweite Erfahrung sei die Begegnung. Nachdem die Jünger ihren Lehrer hörten, haben sie den Wunsch verspürt, ihre Freude auch anderen mitzuteilen. Zunächst sei es aber Gott, der auf jeden Einzelnen zukomme.

„Er geht uns voraus und wartet immer auf uns. Er entfernt sich nicht von uns, aber er hat die Geduld, auf den besten Moment für eine Begegnung mit einem jeden von uns zu warten. Und wenn es zu der Begegnung kommt, ist es nie eine eilige Begegnung, denn Gott wünscht, lange bei uns zu blieben, um uns zu unterstützen, zu trösten und uns seine Freude zu geben. Gott beeilt sich, uns zu treffen, aber nie hat er Eile, uns zu verlassen. So wie wir uns nach ihm sehnen, so sehnt er sich auch danach, mit uns zu sein, denn wir gehören zu ihm, wir sind seins, seine Kreaturen. Wir können sagen, dass auch er nach uns dürstet, uns zu begegnen. Unser Gott dürstet nach uns.“

Die dritte Erfahrung sei das Gehen. Die Jünger gingen auf Jesus zu und ein Stück des Weges mit ihm.

„Das ist eine wichtige Lehre für uns alle. Der Glaube ist ein Weg mit Jesus: Erinnert euch immer daran. Der Glaube ist ein Gehen mit Jesus. Es ist ein Weg, der das ganze Leben andauert. Am Ende wird er da sein. Natürlich fühlen wir uns manchmal auf diesem Weg müde und verwirrt. Der Glaube gibt uns jedoch die Sicherheit der immerwährenden Anwesenheit Jesu in jeder Situation, auch in der schwierigsten und schmerzlichsten. Wir sind dazu aufgerufen zu gehen, um so immer mehr in das Mysterium der Liebe Gottes vorzudringen, die uns überragt und uns erlaubt, mit Unbeschwertheit und Hoffnung zu leben.“

Anschließend wünschte der Papst den Anwesenden, diesen Weg mit Freude zu gehen und sich immer an den Tag zu erinnern, an die Stunde, in der sie zum ersten Mal seinen Blick auf sich gespürt haben.

„Vergiss niemals diesen Blick Jesu auf dir, auf dir, auf dir… Vergesst niemals diesen Blick! Es ist ein Blick der Liebe. Und so werdet immer der treuen Liebe des Herrn sicher sein. Er ist treu. Und seid sicher: Er wird euch niemals hintergehen!“

Zum Schluss fügte Papst Franziskus hinzu:

„Und nun geht in Frieden, in viel Frieden. Ich sage euch: geht voller Freude, denn der Herr hat euch angeschaut, der Herr liebt euch, der Herr geht mit euch.“