Katholisch-evangelikale Erklärung über gegenseitige Vergebung

Treffen der Gemeinsamen Charismatischen Erneuerung in Buenos Aires

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BUENOS AIRES, 13. Juli 2005 (ZENIT.org).- Katholiken und Evangelikale entdecken ein neues Gebiet der Einheit: das gemeinsame Bedürfnis nach Vergebung für alle Zerwürfnisse der Vergangenheit. Diese Erfahrung prägte das zweite Treffen der Gemeinsamen Charismatischen Erneuerungsbewegung von Evangelikalen und Katholiken (CRECES), das von 2. bis 4. Juli in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires stattfand.



Dabei habe es sich nicht um ein "isoliertes Ereignis" gehandelt, erklärten beide Seiten in einer gemeinsamen Erklärung. "Ähnliche Erfahrungen finden vielerorts statt und werden in allen Ländern der Erde Verbreitung finden."

In einem Grußwort ermutigte Kardinal Jorge Mario Bergoglio, Erzbischof von Buenos Aires, die Kongressteilnehmer, "auf diesem Weg des Lobpreises und der Anbetung, der Versöhnung und der geistigen Ökumene weiterzugehen, den Sie bereits im vergangenen Jahr beschritten haben".

Am ökumenischen Treffen in Argentinien nahm unter anderem auch Matteo Calisi teil. Er ist Präsident von "Catholic Fraternity International", einem Zusammenschluss von verschiedenen katholischen charismatischen Erneuerungsbewegungen, Mitglied des Europa-Komitees der Charismatischen Erneuerung (CE) und Gründer der "Comunitá de Gesú" ("Gemeinschaft Jesu"), die in der italienischen Stadt Bari angesiedelt ist. Zusammen mit dem evangelischen Pastor Jorge Mimitian, der ebenfalls vom Wunsch nach einer volleren christlichen Einheit beseelt war, organisierte er das erste ökumenische "CRECES"-Treffen im Juli des vergangenen Jahres.

Lieben wie Christus

Die Hoffnungen der Teilnehmer des Kongresses in diesem Jahr spiegeln sich in der gemeinsamen Erklärung vom 2. Juli wider. "Wir sind Katholiken und Evangelikale, die den auferstandenen Christus erfahren haben, der durch seinen Heiligen Geist, der die Gnade ist, unser Leben geistig erneuert hat. Diese geistige Erneuerung hat uns dazu geführt, uns persönlich für Jesus Christus einzusetzen (…). Wir alle sind – ob nun evangelisch oder katholisch – Kinder Gottes, Kinder desselben Vaters und deshalb Geschwister. Christus will nur eine Kirche. Und er will, dass seine Kirche in der Welt jene Einheit und Heiligkeit offenbaren, die Gott selbst charakterisieren. Erneuert durch den Heiligen Geist, bereuen wir, Evangelikale und Katholiken, unsere Entzweiungen und gegenseitigen Verfehlungen und bitten einander um Vergebung (…). Wir bekennen, dass unsere größte Sünde darin besteht, einander nicht so zu lieben, wie Christus es uns gelehrt hat."

Gegenüber ZENIT erklärten die Veranstalter, dass "CRECES" aus einer "Sehnsucht" heraus entstanden sei, "die der Heilige Geist in die Herzen einer Gruppe von katholischen und evangelischen Brüdern hineingelegt" habe. Ohne es zu wissen, habe jeder von ihnen zunächst ganz im Stillen und persönlich um die Gnade gebetet, den Weg zur Umsetzung des berühmten Gebets Jesu um die Einheit aller Jünger – "ut unum sind" – für sich klarer erkennen zu können. Nach einer ersten Sitzung in Buenos Aires hätten sich vier evangelische Pastoren und vier katholische Laien jeden Monat zum gemeinsamen Gebet getroffen und schließlich erkannt, wie der gemeinsame Wunsch nach Versöhnung und Eintracht im Einklang mit dem Willen Gottes in die Tat umzusetzen sei.