Katholische-anglikanische Erklärung über die Jungfrau Maria

Präsentation am 16. Mai in Seattle (USA)

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ROM, 3. Mai 2005 (ZENIT.org).- In Seattle (US-Bundesstaat Washington) wollen Vertreter der katholischen und anglikanischen Kirche noch in diesem Monat Mai eine gemeinsame Erklärung über die Jungfrau Maria vorlegen. Das Dokument trägt den Titel "Maria: Gnade und Hoffnung in Christus" ("Mary: Grace and Hope in Christ") und will aufzeigen, welchen Platz die Gottesmutter im Leben und in der Lehre der Kirche einnimmt.



Die gemeinsame Erklärung ist das Resultat von fünf Jahren harter Arbeit der "Internationalen Anglikanisch-Katholischen Kommission" ("Anglo-Roman Catholic International Commission", ARCIC) und zugleich die erste große Übereinstimmung, die in diesem Thema des Glaubens und der christlichen Frömmigkeit erzielt werden konnte.

Gemäß einer Mitteilung der anglikanischen Gemeinschaft wird die Erklärung am 16. Mai veröffentlicht werden. Auf Anfrage von ZENIT bestätigte Bischof Brian Farrell, Sekretär des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, diesen Termin.

Der Bischof zeigte sich sehr optimistisch, denn schließlich zeige uns diese Erklärung "alle Dinge, die wir in Bezug auf Maria sogar mit den anglikanischen Reformern des 16. und 17. Jahrhunderts gemeinsam haben, die zwar für 'anti-marianisch' gehalten werden, es in Wirklichkeit aber nie gewesen sind." Das Dokument werde "nicht nur für den katholisch-anglikanischen Dialog von großem Interesse sein, sondern auch für den Dialog mit allen Gemeinschaften, die aus der Reformation entstanden sind."

Das von ARCIC erstellte Dokument besitzt nicht den Stellenwert einer lehramtlichen Erklärung der katholischen Kirche oder der anglikanischen Kirche, sondern steht nach seiner Veröffentlichung Katholiken wie Anglikanern zur Begutachtung zur Verfügung. Erscheinen wird die Erklärung bei "Continuum/Morehouse Publishing USA/UK".

Von katholischer Seite wird der feierlichen Präsentation am 16. Mai Erzbischof Alexander Brunett von Seattle vorstehen. Er hält den katholischen Vorsitz von ARCIC inne. Sein Gegenpart ist Erzbischof Peter Carnley, Primas der anglikanischen Kirche Australiens, der die anglikanische Seite vertreten wird.

Erhältlich soll das das Dokument schließlich ab 19. Mai sein. An diesem Tag wird es in der Londoner Westminster Abbey der Öffentlichkeit vorgestellt werden.