Katholische Kirche in Russland beliebter

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ROM, 19. April 2005 (ZENIT.org).- Einer aktuellen Umfrage zufolge stehen heute rund 30% aller Russen der katholischen Kirche positiv gegenüber – doppelt so viele wie noch vor fünf Jahren. Der Anteil derjenigen, die der Kirche negativ gegenüberstehen, ist in den vergangenen fünf Jahren von 9% auf 5% gesunken.



Eine neue, von der Stiftung "Obshczestvennoe mnenie" ("Öffentliche Meinung") durchgeführte Meinungsumfrage zeigt, dass die katholische Kirche in Russland immer beliebter wird. Unter anderem geht aus ihr hervor, dass mehr als drei Viertel aller Russen (77%) die Medienberichte über das Begräbnis von Papst Johannes Paul II. aufmerksam verfolgt haben.

"Der Tod von Johannes Paul II., den Millionen von Menschen auf der ganzen Welt beklagten, hat auch die Russen nicht kalt gelassen", heißt es in einem Bericht der Nachrichtenagentur "Interfax", der sich auf kürzlich veröffentlichte Umfrageergebnisse stützt. 51% aller 1.500 Befragten aus 100 russischen Städten waren der Meinung, dass die Fernsehberichte im Zusammenhang mit Tod und Begräbnis des Papstes "gerade richtig" gewesen seien. Nur 14% fanden die ausführliche Berichterstattung "übertrieben".

46% bezeichneten den Tod von Johannes Paul II. einen Verlust für die ganze Welt, 35% sahen in ihm einen Verlust, der nur Katholiken beträfe. Für die meisten Befragten kam die Größe des polnischen Papstes vor allem in seinen Friedensinitiativen und in seinen zahlreichen Stellungnahmen gegen Gewalt und Terrorismus zum Ausdruck. Außerdem zeigten sich viele Russen von den päpstlichen Bemühungen angetan, Völker und Konfessionen miteinander zu versöhnen.

Die Hälfte aller Befragten gab an, dass die katholische Kirche durch das 26-jährige Pontifikat von Johannes Paul II. Autorität und Ansehen gewonnen habe. Nur 12% waren der Ansicht, dass die Tätigkeiten des Papstes keinerlei Einfluss darauf gehabt hätten. Keiner der Befragten vertrat die Überzeugung, dass das Ansehen der Kirche abgenommen habe.