Katholische Medienakademien in Afrika sollen für Mainstream-Arbeit gerüstet werden

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ROM, 27. Mai 2008 (Zenit.org).- Medien-Fachleute und nicht nur Medien-Konsumenten heranzubilden, dieser Herausforderung müssten sich gegenwärtig die Fakultäten für Kommunikation an den katholischen Universitäten in Afrika stellen, erklärte Professorin Sr. Dominic Dipio in Rom. Die Afrikanerin lehrt Literatur und Filmkritik an der Makerere-Universität in Kampala (Uganda).

Dipio hat ihren Doktortitel an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom erworben. Ihre Facharbeit widmete sie dem Thema Kino und die Frauen im afrikanischen Kontext. In der vergangenen Woche hielt sie sich aus Anlass des ersten internationalen Kongresses für die Fakultäten der Kommunikationswissenschaften an katholischen Universitäten in der Ewigen Stadt auf. Die Tagung, die vom Päpstlichen Rat für die Sozialen Kommunikationsmitteln organisiert worden war, fand vom 22. bis zum 24. Mai an der Päpstlichen Universität Urbaniana statt.

„Im multikulturellen globalen Kontext, in dem wir leben, sollten wir uns darum bemühen, Kommunikatoren heranzubilden, die Produzenten sind, und nicht nur kritische Analysten von Inhalten und deren Konsumenten", erklärte die Professorin gegenüber ZENIT.

In Afrika komme man recht leicht an nord- und lateinamerikanische Literatur, aber was vergleichbare afrikanische Werke angehe, gebe es einen Mangel. Und das sei der Grund, warum „Studierende der Kommunikation an katholischen Universitäten dazu ausgebildet werden, in Einrichtungen des Mainstream zu arbeiten, und nicht unbedingt in abgelegenen religiösen Institutionen", sagte sie.

„Katholische Kommunikation muss sich nicht nur auf eindeutig religiöse Medien beziehen. Sie sollte nicht nur an die Bekehrten wenden, sondern auch an die anderen, so dass der Horizont der Frohen Botschaft erweitert wird."

Das Religiöse müsse alle Bereiche des säkularen Sektors durchdringen, betonte Prof. Dipio. „Wir müssen das Format der Mainstream-Pakete für religiöse Nachrichten nutzen. Unsere Werte müssen in diese öffentlichen Foren eindringen und die Mainstream-Kultur beeinflussen."

Die Medienfachfrau ermutigte im ZENIT-Gespräch zu „Studiengängen, die Studenten in umfassender Weise mit weit gefächerten Sichtweisen konfrontieren". Dadurch eröffneten sich Möglichkeiten für eine Kommunikation, die weit über bestimmte Kulturen hinausgehen könne.

„In Kontexten, wo ethnische und nationale Identitäten gemeinsame Werte zu bedrohen scheinen, stehen wir vor der Herausforderung, einen Studienplan zu entwickeln, der nach unseren besten menschlichen Werten fragt, die sich in den verschiedenen Ethnien und Nationalitäten finden lassen."