Katholische Schulen und Lehreinrichtungen dürfen sich nicht verschließen

Papst Franziskus vor Kongregation für das katholische Bildungswesen

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 354 klicks

Am gestrigen Donnerstag empfing Papst Franziskus in einer Audienz Vertreter der Kongregation für das katholische Glaubenswesen. Er wünschte sich von katholischen Schulen und Lehreinrichtungen weltweit, dass sie sich nicht in sich selbst verschlössen, sondern nach Innen und Außen für den Dialog und positive Konfrontation offen seien. Angesichts der Herausforderungen einer immer multikulturelleren Gesellschaft sei dies unabdingbar. Papst Franziskus betonte, dass viele katholische Schulen und Universitäten auch von nichtchristlichen und nichtgläubigen Studenten besucht werden, sei kein Grund, von einer christlich orientierten Lehre abzuweichen. Er sagte:

„Allen bieten die katholischen Lehreinrichtungen Ausbildungsangebote, die auf die ganzheitliche Entwicklung des Menschen zielen und die auf das Recht aller antworten, Zugang zu Wissen und Kenntnissen zu bekommen. Doch sie sind ebenso dazu berufen – im vollen Respekt der Freiheit eines jeden einzelnen und der Methoden der jeweiligen schulischen Umgebung – das christliche Angebot, also Jesus Christus als Sinn des Lebens, des Kosmos und der Geschichte, vorzustellen.“

Dabei sei es wichtig, dass sich die katholischen Schulen und Universitäten „nicht vor der Welt verschließen“, so Papst Franziskus. Es sei ihre Pflicht, auf unterschiedliche Kulturen zuzugehen und diesen gegenüber den eigenen Beitrag selbstbewusst zu vertreten. Dabei sei eine qualifizierte Ausbildung der Lehrer wichtig. Ihnen empfahl Papst Franziskus, mit gutem Beispiel voranzugehen. Man könne nichts ohne Glaubwürdigkeit wachsen lassen. Dies bedeute, die Werte selbst vorzuleben und sie nicht nur zu predigen. Dadurch, dass sich die Erziehung an eine sich stark verändernde Generation richte, sei es besonders wichtig, nicht den Dialog und die konstruktive Auseinandersetzung zu scheuen. Er sagte:

„Also ist jeder Lehrer – und die ganze Kirche, die Mutter der Ausbildung ist – dazu aufgerufen, sich, zu verändern‘, in dem Sinne, dass sie mit den jungen Leuten sprechen kann, die sie vor sich hat.“

Ein guter Lehrer zeichne sich durch Menschlichkeit, Liebe, Geduld, Glaubensstärke, Innovation und Mut aus. Sie hätten das Ideal eines lebenslangen Lernens und müssten sich immer weiterentwickeln, so Papst Franziskus weiter. Nur so könne die eigene Energie, die Glaubensstärke und die Motivation aufrechterhalten werden. Wichtig sei in diesem Zusammenhang die fachliche wie spirituelle Weiterbildung wie beispielsweise in Form von Exerzitien, um zu beten. Glaubwürdigkeit sei vor allem ein Geschenk und eine Gnade, um die man bitten müsse.