Katholische Studenten: PID, Bologna-Prozess - Wahlprüfsteine für die bevorstehende Bundestagswahl

Klausurtagung der Arbeitsgemeinschaft katholischer Studentenverbände (AGV)

Rom, (ZENIT.orgAGV) | 933 klicks

Eine märchenhafte Winterlandschaft und die gemütliche  Atmosphäre eines alten Schwarzwaldhauses bildeten vom 7. bis 9. Dezember 2012 den Rahmen für die traditionelle Advents-Klausurtagung der Arbeitsgemeinschaft katholischer Studentenverbände (AGV). Im Mittelpunkt stand die inhaltliche Arbeit zu drei Themen: Hochschul- und Studienfinanzierung,  die Zukunft der europäischen Integration und so genannte „Wahlprüfsteine“ für die  bevorstehende Bundestagswahl.

Der AGV-Ehrenvorsitzende Hermann-Josef Großimlinghaus (UV) zeigte zu Beginn der Tagung mit einer Powerpoint-Präsentation, die geschichtliche Entwicklung der AGV auf und ließ mit vielen Bildern noch einmal die Aktivitäten des Jahres 2012 Revue passieren.

Mit zahlreichen Anekdoten und Fotos aus den Jahren zwischen 1980 und heute zeichnete Hermann-Josef Großimlinghaus die vielfältigen Aktivitäten und Aktionen nach, die den Weg der AGV zum anerkannten Lobbyisten und zur Plattform für gemeinsames Handeln der katholischen Studentenverbände markiert haben. Etwa das Dialogprogramm, in dem in Gesprächen mit führenden Politikern die Positionen der katholischen Studentenverbände in die politische Diskussion eingefüttert werden. 2012 waren zum Beispiel die Gesetzgebung zur Präimplantationsdiagnostik (PID) und in der Hochschulpolitik notwendige Korrekturen beim Bologna-Prozess wichtige Themen.

Ein weiteres Thema war die Studienfinanzierung. Das Wochenende im Schwarzwald hatte eine lange Tagesordnung und erforderte  ein konzentriertes Arbeiten. So stand neben anderen Punkten die Besprechung und Verabschiedung von drei Positionspapieren an. Nachdem die AGV sich im Jahr 2012 mit verschiedenen Aspekten der Hochschul- und Studienfinanzierung befasst hat, wurden die Ergebnisse jetzt in einem Positionspapier zusammengeführt. Nach intensiver Debatte verabschiedete die Mitgliederversammlung in Feldberg-Bärental einstimmig einen Text, in dem die AGV die Bemühungen der Bundesregierung und den fraktionsübergreifenden Konsens der Bundestagsparteien begrüßt, Hochschulfinanzierung nicht weiter den Bundesländern als alleinige Aufgabe zu überlassen, sondern strukturelle Reformen in der bisherigen föderalen Zuständigkeitstruktur anzugehen. Ziel der gemeinsamen Anstrengungen müsse sein, die internationale Wettbewerbsfähigkeit in der  Hochschulbildung in Deutschland auszubauen. Nur mit Hilfe des Bundes könne eine gezielte Förderung in Forschung, Lehre und Wissenschaft garantiert werden.

Die Helmholtz-Gesellschaft und andere Institute bieten die Möglichkeit, Forschung zu vernetzen, Geldmittel gezielt einzusetzen und letztendlich die Lehre zu verbessern. Solche Kooperationen, wie die Charité in Berlin oder das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), zeigen – so das AGV-Papier –, dass universitäre Wettbewerbs- und Innovationskraft an Orten gebündelt werden können, um Technologie- und Wissenstransfer modern zu gestalten. Die AGV fordert ferner, das bisherige BAföG auf den Prüfstand zu stellen und langfristig durch ein neues, chancengerechtes Bildungs- und Hochschulsystem zu ersetzen, das allen Jugendlichen einen gerechten Zugang zu den Bildungseinrichtungen unseres Landes ermöglicht. Soziale Selektion müsse abgebaut und soziale Mobilität und Bildungsaufstiege ermöglicht werden.

Auch Kommunikationsstrategien wurden thematisiert. Schließlich beschloss die Mitgliederversammlung, die Kommunikationswege  der AGV zu verbessern, speziell die für die junge Generation der Studentinnen und Studenten wichtige Online-Kommunikation. Erreicht werden soll eine aktivere Außendarstellung sowohl in die allgemeine Öffentlichkeit hinein, aber auch mit Organisationen, Verbänden und Persönlichkeiten, die der AGV nahestehen. Ferner soll die Information über die Aktivitäten der Arbeitsgemeinschaft in den Mitgliedsverbänden intensiviert werden verbunden mit der Forderung, die inhaltlichen Impulse aus der AGV-Arbeit in den Verbänden besser aufzugreifen und zu vertiefen.

Bei den Berichten der Vorortspräsidien zeigte sich auch 2012 wieder eine positive Entwicklung bei den Zahlen der Aktiven; Sorge bereitet hingegen in allen Verbänden die  Überalterung bei den Alten Herren. Es müssen auch Wege gefunden werden, dass die jüngeren und mittleren Generationen der AHAH sich verstärkt mit ihren Verbänden identifizieren und sich stärker in der Zirkel- und Verbandsarbeit engagieren.