Katholische Universität: Wegbereiterin für einen Wandel

Kardinal Rodriguez Maradiaga nach Hauptversammlung der katholischen Universitäten

| 1516 klicks

ROM, 26. November 2009 (ZENIT.org).- Der Auftrag der katholischen Universität sei es, dass das Evangelium ins Leben der Studenten und der Gesellschaft integriert werde, betonte Kardinal Rodriguez Maradiaga, Erzbischof von Tegucigalpa, zum Abschluss der Generalversammlung der Internationalen Föderation katholischer Universitäten (FIUC).

„Die katholische Universität ist Wegbereiterin einer wahren Entfaltung und einer umfassenden Entwicklung des Menschen, weil mit der Erziehung des Geistes der ganze Mensch ausgebildet wird, und dies nicht nur im Hinblick auf das wissenschaftliche Gebiet“, unterstrich der Kardinal.

Kardinal Rodriguez Maradiaga hielt eine der Hauptreden auf der Tagung der Föderation (FIUC), die vom 16. bis 20. November in Rom unter dem Motto „Ex corde Ecclesiae angesichts der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts“. Der Föderation sind 207 Hochschulen aus 56 Ländern in den fünf Kontinenten angeschlossen.

In einem Interview mit ZENIT sprach der Kardinal über die Sendung der katholischen Universität und ihre Aufgabe,Wissenschaft aaus der Perspektive eines christlichen Menschenbildes zu vermitteln. Die anthropologische, theologische und philosophische Sicht des Menschen habee immer auch Auswirkungen auf die sozialen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereiche, so Maradiaga.

„Wir sind bestrebt, dass alle Absolventen einer katholischen Universität zu einer harmonischen und gleichberechtigten Entwicklung der Gesellschaft beitragen. Gerade aufgrund seiner transzendenten Dimension ist der Mensch dazu fähig. Die Soziallehre der Kirche ist keine Theorie, sondern in der Umsetzung des Evangeliums in die Praxis liegt die Kraft der Umgestaltung“. Der Großkanzler der katholischen Universität von Honduras führte weiter aus, dass die Haltung Jesu deutlich mache, dass Gott die Verwandlung des Menschen, seine Veränderung zum Guten, wolle.

„Die Umsetzung der kirchlichen Soziallehre durch die Absolventen der katholischen Universitäten ist das beste Mittel im Kampf gegen Unrecht, Armut und anderen Übel, vor allem deren in Lateinamerika“ sagte Kardinal. Mit Blick auf Jesus von Nazaret sei dies möglich: „Jesus ist der Prototyp des neuen Menschen. In seiner Menschwerdung hat er uns einen neuen Lebenshorizont eröffnet. Die Würde der Kinder Gottes ist die Berufung des Menschen.“

Aufgrund der Erfahrungen der katholischen Universitäten in Lateinamerika äußerte der Kardinal abschließend die Ansicht, dass nicht immer große finanzielle Mittel nötig seien, um die gute Qualität einer Universität zu gewährleisten.

Von Mercedes de la Torre. Aus dem Spanischen übersetzt von Iria Staat