Katholischer Erzbischof von Moskau beklagt eine Verfolgungskampagne

Symptome: gewalttätige Angriffe und Ausweisung von Priestern

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MOSKAU, 12. September 2002 (ZENIT.org).- Der katholische Erzbischof von Moskau, Tadeusz Kondrusiewicz, kritisierte am Donnerstag scharf die Ausweisung zweier Priester aus Russland am 10. September und bat die Menschenrechtsorganisationen um Hilfe.



"Eine großangelegte antikatholische Kampagne überrollt das Land und zeigt sich in Demonstrationen, Streit, Ablehnung von Kirchenbauerlaubnissen, vandalischen Akten der Profanierung von Kultorten und durch die Schaffung eines katholischen Feindbildes", so der Erzbischof in einem Dokument, welches den Moskauer Medien übermittelt wurde.

"In den letzten Monaten hat eine systematische Ausweisung katholischer ausländischer Priester eingesetzt [...] was durch brutale und beleidigende Zwischenfälle noch verschlimmert wird und keinerlei Erklärung dazu abgegeben wird".

Der Ausweisung zweier polnischer sei die Ausweisung des katholischen Bischofs aus Ostsibirien vorausgegangen, der auch Pole ist. Auch wurden ein italienischer und ein slowakischer Priester ausgewiesen.

"Man fragt sich spontan, wen es als nächstes trifft", so der Vorsitzende der russischen Bischofskonferenz.

Während alle Russen vor dem Gesetz gleich seien, werden Katholiken in der Praxis als Bürger zweiter Klasse behandelt, und man verweigert ihnen die Möglichkeit genügend Hirten für die Seelsorge zu haben".

Weiter heißt es in dem Kommuniqué: "die Hauptopfer der Verfolgung sind nicht die ausgewiesenen Priester und Bischöfe, sondern die Gläubigen, russische Bürger, welchen die Verfassung die selbe Kultfreiheit zugesteht wie den Gläubigen anderer Konfessionen".

Es seien deshalb so viele ausländische Priester in Russland, weil Jahrzehnte lang unter dem Kommunismus die Ausbildung von Seminaristen in katholischen Priesterseminaren verboten war.

Zum Schluss appelliert der Erzbischof an die "Verteidiger der Menschenrechte und alle Menschen guten Willens, auf dass die Ausübung der Religionsfreiheit und die Rechte des Einzelnen nicht weiter behindert und bedrängt werden und auf dass nicht gestattet werde, dass die Gewissensfreiheit erneut verletzt werde".