Katholischer Kinder- und Jugendbuchpreis 2008 geht an Michael Gerard Bauer

Erzbischof Zollitsch zum Siegerbuch: „In jedermann ist etwas Kostbares, das in keinem anderen ist.“

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MAINZ/BONN, 3. Juni 2008 (ZENIT.org).- Michael Gerard Bauer aus Brisbane (Australien) ist gestern, Montag, in Mainz mit dem Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2008 ausgezeichnet worden.



Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, überreichte den mit 5.000 Euro dotierten Preis an den australischen Autor im Rahmen eines Festakts für dessen Erstlingswerk „Running Man“ (Verlag Nagel & Kimche 2007). Birgitt Kollmann (Seeheim-Jugenheim bei Darmstadt) erhielt für ihre herausragende Übersetzung des Jugendromans einen Sonderpreis über 1.000 Euro.

Eine neunköpfige Jury unter Vorsitz von Weihbischof Thomas Maria Renz (Rottenburg-Stuttgart) hatte das Preisbuch unter 219 eingereichten Titeln aus 51 Verlagen ermittelt. Die Auszeichnung wurde zum 19. Mal vergeben. Sie wird Autoren zuerkannt, deren Werke beispielhaft und altersgemäß christliche Lebenshaltungen verdeutlichen, religiöse Erfahrungen vermitteln und Glaubenswissen erschließen.

Der Kinder- und Jugendliteratur komme eine Brückenfunktion bei der Vermittlung von Werten und Normen zu, ohne die langfristig ein gesellschaftliches Zusammenleben nicht gelinge, betonte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. Die Art und Weise, wie Freude und Leid, Angst und Zuversicht beschrieben, wie alltägliche Probleme und größere Auseinandersetzungen behandelt werden, erweitere den Erfahrungs- und Bewertungshorizont der jungen Leser.

„Ein gutes Buch zeigt die Realität auf und beflügelt zugleich die Phantasie. Es hilft Kindern, die Welt besser zu verstehen und zugleich den Zauber zu spüren, dass nicht alles umfassend erklärbar ist. Es hilft ihnen in ihrer Liebe, ihrem Leid, ihrem Lachen und Weinen, ihrem Zorn und in ihrer Hoffnung. Es hilft ihnen, ihre Gefühle zu beschreiben und sie auszusprechen. Es hilft ihnen schließlich auch, über Gott nachzudenken und, im besten Fall, mit Gott ins Gespräch zu kommen.“

Das diesjährige Preisbuch „Running Man“ zeige, wozu Menschlichkeit und die Überwindung von Vorurteilen führen könnten. Beeindruckend beschreibe der Preisträger, wie der 14jährige Joseph zaghaft Kontakt zu seinem unheimlichen und unnahbaren Nachbarn Tom aufnehme. Und er mache eine fundamentale Entdeckung, die der Religionsforscher und Philosoph Martin Buber einmal so formuliert habe: „In jedermann ist etwas Kostbares, das in keinem anderen ist.“

Der Jugendroman „Running Man“ sei ein bewegendes Buch über den manchmal schwierigen Weg, ein freier Mensch zu werden, und über die Suche nach Gott, ergänzte der Vorsitzende der Jury, Weihbischof Renz. Der Zauber dieser Geschichte entstehe vor allem durch die Sprache. „Kleine Gesten, sensibel und fein beobachtet, die treffend, ja brillant formuliert sind. Dialoge und Gedanken voller Lebendigkeit. Berührende Worte, aneinandergereiht zu einem Rhythmus, einer Melodie.“ Für die großartige Übersetzung gebühre Birgitt Kollmann daher der Sonderpreis.

Die Jury des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises hat aus den eingereichten Titeln eine Empfehlungsliste mit 15 Titeln erstellt.

Die Einreichfrist für den 20. Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis im kommenden Jahr endet am 1. November 2008. Verlage, Institutionen und Privatpersonen werden gebeten, Erzähl- oder Sachbücher (keine Manuskripte) aus dem Produktionsjahrgang 2008, die den Auswahlkriterien entsprechen, in zehnfacher Ausführung an folgende Adresse zu schicken:

Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz
Geschäftsführung Katholischer Kinder- und Jugendbuchpreis
Kaiserstraße 161D-53113 Bonn

Telefon: (02 28) 103-236
Telefax: (02 28) 103-450
E-Mail: K.Lowack@dbk.de