Kein Ende der Krise im südsudanesischen Dafur

Ökumenischer Rat der Kirchen appelliert an die internationale Gemeinschaft

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GENF, 3. September 2009 (ZENIT.org).- Der Zentralausschuss des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) hat im Rahmen seiner Tagung in dieser Woche nochmals das Thema Sudan aufgegriffen und eine Erklärung zur Darfur-Krise im Kontext des Sudan verabschiedet. Seit Beginn des Jahres 2003, so wird darin betont, "hat der Konflikt in Darfur eine erdrückende Welle der Gewalt entfesselt, die zum Tod von Hunderttausenden von Zivilpersonen und zu einer riesigen humanitären Krise geführt" haben.

Der ÖRK hatte sich in der Vergangenheit bereits mehrfach zum Thema Sudan und dem Konflikt in der Region Darfur geäußert. Im September 2006 hatte der Zentralausschuss eine Untersuchung in Auftrag gegeben, ob die "Verwendung des Begriffs 'Völkermord' für die Krise in Darfur unter Berücksichtigung der in diesem Zusammenhang international vereinbarten Konventionen" angemessen sei.

Ein Zwischenstand dieser Untersuchung, der der jüngsten Erklärung als Hintergrundinformation angefügt ist, bezeichnet den Konflikt in Darfur als eine "moralische Herausforderung für die internationale Gemeinschaft".

Die neue, am 1. September verabschiedete Erklärung „verurteilt die gegen unschuldige Zivilpersonen in Darfur in großem Umfang begangenen Gräueltaten". Darüber hinaus ruft sie die sudanesische Regierung "dringend auf, die vollständige Verantwortung für den Schutz ihrer Bürgerinnen und Bürger zu übernehmen, unabhängig von deren ethnischer, religiöser oder politischer Zugehörigkeit", und „ununterbrochene humanitäre Hilfe für alle leidenden Menschen in Darfur zuzulassen."

Darüber hinaus wird die sudanesische Regierung ersucht, alle von ihr unterzeichneten Erklärungen und Abkommen einzuhalten, insbesondere das umfassende Friedensabkommen, das 2005 zwischen der Regierung Sudans und der Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung/-armee im Süden des Landes unterzeichnet worden war.

Die afrikanischen Staaten und die internationale Gemeinschaft werden nachdrücklich aufgerufen, den Friedensprozess "durch konstruktive Gespräche mit allen am Konflikt beteiligten Parteien" zu unterstützen. Die Unterzeichner würdigen die Unterstützung durch die Friedenstruppe der UNAMID (gemeinsame Mission der Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union in Darfur) und würdigen „die bedeutsame Rolle der Kirchen im Sudan bei der Förderung des interreligiösen Dialogs und dem Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit, Versöhnung und die Achtung der Würde und des Wohlergehens aller Menschen im Sudan".

Die Erklärung schließt mit der Ermutigung an alle Christen, "für ein Ende der Feindseligkeiten in Darfur und für einen bleibenden Frieden im Sudan zu beten".