Kein neues Dokument über wiederverheiratete Geschiedene in Vorbereitung

Unauflöslichkeit der Ehe Gabe des Schöpfers, keine Diskriminierung

Vatikanstadt, (ZENIT.org) Jan Bentz | 871 klicks

Nach einem Bericht von Radio Vatikan hat der Päpstliche Rat für die Familie kein neues Dokument zur Frage des Kommunionempfangs von wiederverheirateten Geschiedenen in Arbeit. Dies habe der Rat an diesem Donnerstag mitgeteilt.

Damit dementierte er Berichte italienischer Medien, die über ein angebliches Dokument berichtet hatten. Solche Behauptungen entbehrten jeder Grundlage, hieß es in der Erklärung.

Die Medien hatten behauptet, Papst Franziskus habe den vatikanischen Familienbeauftragen Erzbischof Vincenzo Paglia bei einer Audienz am vergangenen Samstag aufgefordert, neue Lösungen für wiederverheiratete Geschiedene zu suchen und das schwere Schicksal der betroffenen Familien zu mildern. Der Rat erarbeite daher ein entsprechendes Dokument, hieß es.

Nach kirchlicher Lehre stehen wiederverheiratete Geschiedene im Widerspruch zur kirchlichen Lehre und dürfen, solange diese Situation andauert, nicht die Kommunion empfangen. Dies hatte die Glaubenskongregation zuletzt in einem Schreiben vom September 1994 festgehalten.

Ein Kommunionempfang im Gegensatz zu den Normen der kirchlichen Gemeinschaft sei ein in sich widersprüchlicher Akt. Die sakramentale Gemeinschaft mit Christus beinhalte den Gehorsam gegenüber der Ordnung der kirchlichen Gemeinschaft, auch wenn dies manchmal schwierig sein könne, und setze diesen voraus; sie könne nicht in rechter und fruchtbarer Weise erfolgen, wenn sich ein Glaubender, der sich Christus direkt nähern möchte, diese Ordnung nicht wahre, heißt es dort.

Beim Umgang mit diesen Personen müsse man aber „in fürsorgender Liebe alles tun, was die Gläubigen, die sich in einer irregulären ehelichen Situation befinden, in der Liebe zu Christus und zur Kirche bestärken kann. Nur so wird es ihnen möglich sein, die Botschaft von der christlichen Ehe uneingeschränkt anzuerkennen und die Not ihrer Situation aus dem Glauben zu bestehen.“

Die Pastoral werde alle Kräfte einsetzen müssen, um glaubhaft zu machen, dass es nicht um Diskrimierung gehe, sondern einzig um uneingeschränkte Treue zum Willen Christi, „der uns die Unauflöslichkeit der Ehe als Gabe des Schöpfers zurückgegeben und neu anvertraut hat.“