Keine vereinheitlichenden Christen

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 710 klicks

In seiner Predigt während der heutigen Messe in Santa Marta sagte Papst Franziskus, die Kirche sei nicht streng, sondern frei. Doch fänden sich in ihr auch drei bestimmte Arten von Christen, die diese Freiheit nicht wahrnehmen: die vereinheitlichenden Christen, die alternativen Christen und die profitorientierten Christen. Für diese sei die Kirche nicht ihr zu Hause, sondern sie bewohnten sie gewissermaßen „nur zur Miete“. Papst Franziskus orientierte sich bei seinen Überlegungen über die Einheit der Kirche am heutigen Evangelium. Er sagte, viele Christen seien nicht ganz in der Kirche, um sich immer auch eine andere Möglichkeit offen zu halten. Für diese Christen sei die Kirche nicht ihr zu Hause, sie würden sie nur bei Bedarf „mieten“. Dann ging er auf die vereinheitlichenden Christen ein.

„Die Einheitlichkeit. Die Strenge. Sie sind streng! Sie besitzen nicht jene Freiheit, die vom Heiligen Geist kommt. Und sie bringen das, was Jesus im Evangelium sagt, mit ihrer Doktrin durcheinander, mit ihrer vereinheitlichenden Doktrin. Und Jesus hat niemals gewollt, dass seine Kirche so streng ist. Niemals. Diese Menschen kommen aufgrund ihres Verhaltens nie ganz in die Kirche hinein. Sie nennen sich Christen, sie nennen sich Katholiken, doch ihr strenges Verhalten entfernt sie von der Kirche.“

Eine weitere Gruppe bestehe aus denjenigen, die eine alternative Idee zu derjenigen der Kirche hätten. Diese nannte Papst Franziskus „die Alternativen“.

„Ich trete in die Kirche ein, mit dieser Idee, mit dieser Ideologie. Und so ist ihre Zugehörigkeit zur Kirche nur teilweise. Auch sie haben einen Fuß außerhalb der Kirche. Auch für sie ist die Kirche nicht ihr zu Hause, sie gehört nicht zu ihnen. Sie Mieten die Kirche. Am Anfang der evangelisierenden Predigt waren sie nicht dabei! Denken wir an die Gnostiker, die den Apostel Johannes so sehr verhauen, nicht? ‚Wir sind… ja, ja… wir sind Katholiken, aber mit diesen Vorstellungen‘. Eine Alternative. Sie teilen nicht das Gemeinschaftsgefühl der Kirche“.

Die dritte Gruppe seien diejenigen, die sich Christen nennen, aber nicht in das Herz der Kirche eintreten, das sie immer den eigenen Profit im Blick haben und Geschäfte in der Kirche machen würden.

„Die Geschäftemacher. Die kennen wir gut! Aber sie gab es von Anfang an. Denken wir an Simon den Zauberer, denken wir an Anania und an Saffira. Sie nutzten die Kirche für den eigenen Profit aus. Und wir haben sie in den Gemeinden der Pfarreien oder Diözesen gesehen, in den religiösen Kongregationen, einige Wohltäter der Kirche, viele sogar! Sie spielten sich auf, wirkliche Wohltäter der Kirche zu sein und am Ende, unter dem Tisch, machten sie ihre Geschäfte. Und diese empfinden die Kirche nicht als Mutter, nicht als ihre eigene. Und Jesus sagt: ‚Nein! Die Kirche ist nicht streng, unflexibel, einseitig: Die Kirche ist frei!“

Papst Franziskus sagte, in der Kirche gebe es viele verschiedene Charismen, verschiedene Menschen, alles Geschenke des Heiligen Geistes. Der Herr sage, wenn man in die Kirche eintreten wolle, so solle man dies aus Liebe tun, um sein ganzes Herz zu geben und nicht um Profit zu schlagen. Die Kirche sei ein Haus zum Leben, wie eine eigene Mutter. Abschließend sagte er:

„Möge der Herr uns den Heiligen Geist senden und in unseren Gemeinden Harmonie stiften – in Pfarreien, Diözesen, Bewegungen – möge es der Heilige Geist sein, der diese Harmonie herstellt, denn wie ein Kirchenvater einst sagte: Der Geist, er selbst ist die Harmonie.“