Keine Verzweckung des Menschen

Deutsche Bischofskonferenz begrüßt Urteil des EGMR

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BONN, 7. November 2011 (ZENIT.org/DBK). - Die Entscheidung der 17 Richter der „Großen Kammer", der obersten Instanz des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR), die das österreichische Verbot der Verwendung von Eizell- und Samenspenden von Drittpersonen bei der In-Vitro-Befruchtung am vergangenen Donnerstag als „nicht konventionswidrig“ bezeichnet hatte und somit eine Eizell-und Samenspende nur zwischen Ehepartnern erlaubt, wurde von dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, ausdrücklich begrüßt. Er erklärte dazu:

„Die Deutsche Bischofskonferenz begrüßt das Urteil des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs (EGMR). Es bestätigt die Rechtslage in Österreich, nach der die Eizellspende verboten ist und die insoweit der deutschen Gesetzgebung entspricht. Mit diesem Urteil wird der Schutz der Menschenwürde gestärkt.

Die Zulassung der Eizellspende birgt die große Gefahr, Frauen unter Inkaufnahme erheblicher physischer und psychischer Schäden zum Objekt kommerzieller Interessen zu machen und die verletzliche Situation von Frauen auszunutzen. Da eine Eizellspende ein nicht zu unterschätzendes gesundheitliches Risiko für die Frau ist, trägt das Urteil wesentlich zum Gesundheitsschutz und zum Schutz des menschlichen Lebens bei.

Das Urteil stellt das Wohl des Kindes in den Vordergrund. Es verhindert so eine Auflösung der Integrität der Familie durch Entkopplung von Mutter und Kindesidentität. Diese Entkopplung läge bei einer Eizellspende durch die Trennung von genetischer und leiblicher Mutter vor. Der Gerichtshof zeigt die Unterschiede dieser besonderen Konstellation zur Adoption und Eltern-Kind-Beziehung deutlich auf.

Mit diesem Urteil und der ablehnenden Entscheidung des Europäischen Gerichtshof zur Patentierung embryonaler Stammzellen aus dem Vormonat wurden innerhalb kurzer Zeit auf europäischer Ebene zwei wesentliche Entscheidungen getroffen, die der Kommerzialisierung und Instrumentalisierung menschlichen Lebens eine klare Absage erteilen.

Das Urteil ist als ein erneutes deutliches Signal gegen eine Verzweckung des Menschen anzusehen.“