Keine Wirtschaft ohne Werte: Kongress über „Caritas in veritate“ in Köln

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ROM, 1. September 2009 (ZENIT.org).- Die dritte Enzyklika Papst Benedikts XVI., Caritas in veritate, die die Grundlagen der katholischen Soziallehre im Hinblick auf die akuellen Herausforderungen beleuchtet, steht im Mittelpunkt einer Veranstaltung der Wissenschaftlichen Vereinigung zur Förderung der Christlichen Gesellschaftslehre.



Die Konferenz findet am 5. September um 16 Uhr im Hörsaal XVIII der Universität Köln (Albertus-Magnus-Platz) statt. Hauptreferentin Prof. Dr. Ursula Nothelle-Wildfeuer wird über das Thema „Der anthropologische und ethische Focus der Globalisierung“ sprechen. Im Anschluss an ihren Vortrag  wird eine Podiumsdiskussion stattfinden. Prof. Nothelle-Wildfeuer ist Professorin für christliche  Gesellschaftslehre an der Universität Freiburg im Breisgau.

Die Veranstalter erläutern den Grundzusammenhang der gewünschten Reflexion wie folgt: „Die gegenwärtige Finanz- und Wirtschaftskrise hat zu einem massiven Vertrauensverlust in unsere Wirtschaftsordnung geführt. Bei der Suche nach 'Verantwortlichen' werden zunächst die Repräsentanten und Agenten der Finanzwirtschaft genannt, die im blinden Vertrauen auf mathematisch kalkulierte Geldvermehrungsstrategien alle Anleger zu unvertretbaren Risiken verführt haben. Aber auch dem Staat wird Versagen vorgeworfen. Hätte die richtige Geldpolitik und bessere Kontrolle der Finanzwirtschaft die Krise verhindern können, oder wurde sie sogar durch eine ‚Politik des billigen Geldes’ angeheizt?“

Die Gier nach „schnellem Geld“ habe allerdings auch Einzelpersonen -  von bestimmten Managern bis hin zu den „einfachen“ Sparern – dazu verleitet, „auf kurzfristige Erfolge zu ‚spekulieren“, statt auf langfristig angelegte, solide Anlagen zu bauen. Die ‚Krise’ beruht weitgehend nicht auf ‚technischem’, sondern auf ‚menschlichem Versagen’. Daraus wird deutlich, was viele wohl vergessen haben: Es gibt keine Wirtschaft ohne Werte.“

In diesem Sinn appellieren die Veranstalter: „Wir brauchen einen angemessenen ethischen und rechtlichen Rahmen für eine effektives Funktionieren der Wirtschaft und die Verwirklichung ihrer gesellschaftlichen Aufgaben. Die Katholische Soziallehre hat dies seit der mit ‚Rerum novarum’ von Leo XIII. 1891 beginnenden Reihe ihrer Sozialenzykliken immer wieder betont. Sie stellt die Sorge um den Menschen in die Mitte ihres Denkens. Sie hebt besonders die Universalität des Gemeinwohls, die allgemeine Bestimmung der Güter und die Zusammengehörigkeit von Arbeit und Kapital hervor.“

Weitere Informationen:

ORDO SOCIALIS –Wissenschaftliche Vereinigung zur
Förderung der Christlichen Gesellschaftslehre e.V.
Sekretariat: Frau Beate Kaltefleiter
Gatherskamp 87 –  D-41066 Mönchengladbach
Tel.: +49-21 61/66 34 53
E-Mail: gf@ordosocialis.de