Kenia: Bischöfe protestieren gegen Gewalt und sinnloses Morden

Gemeinsamer Appell zur Dialogbereitschaft

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NAIROBI, 8. Januar 2008 (ZENIT.org).- Die kenianischen Bischöfe fordern ein Ende der Gewalt, der bisher rund 600 Menschen zum Opfer gefallen sind, und die Überprüfung der umstrittenen Wahlergebnisse.



In einem am Mittwoch veröffentlichten gemeinsamem Appell, der von Kardinal John Njue von Nairobi und 23 weiteren Mitgliedern der Kenianischen Bischofskonferenz unterzeichnet worden ist, wird die Untersuchung der Manipulationsvorwürfe bei den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen gefordert.

Seit den Wahlen am 27. Dezember und der umstrittenen Wiederwahl Kibakis kommt es zu im ostafrikanischen Land zu schweren Unruhen. In der westkenianischen Stadt Eldoret flüchteten sich aus Angst vor weiterer Gewalt Tausende von Menschen in Kirchen, Schulen und Polizeistationen. Wie der römische Pressedienst „Misna“ vergangene Woche unter Berufung auf lokale Quellen berichtete, halten sich dort, in der viertgrößten Stadt des Landes, allein in der katholischen Kathedrale zwischen 7.000 bis 10.000 Personen auf. Auch in einer Moschee sollen mehrere Tausende von Menschen Zuflucht gesucht haben.

Die Bischöfe haben Präsident Mwai Kibaki und Oppositionsführer Raila Odinga in diesem „kritischen und entscheidenden Moment“ zum Dialog aufgerufen. An ihre Landsleute appellierten sie, von jeglicher „Gewalt und dem sinnlosen Morden unserer Brüder und Schwestern Abstand zu nehmen“. Es gebe keinen Grund, „die Hand gegen unseren Nachbarn zu erheben, weil er einer anderen ethnischen Gruppe oder politischen Vereinigung angehört“.
Die Bischöfe ermahnten die Sicherheitskräfte zu Zurückhaltung und verurteilten die wahllose Erschießung Unschuldiger. Zudem verlangten sie von allen, sich aktiv um Einheit zu bemühen. Niemand dürfe sich an Plünderungen beteiligen oder gestohlene Waren annehmen. Die Jugendlichen forderten sie auf, sich nicht zu Gewalttaten hinreißen zu lassen.

Der gemeinsame Appell der kenianischen Bischöfe endet mit der Bitte, in allen Häusern und Kirchen, in denen dies möglich ist, unablässig um Frieden und Versöhnung zu beten.