KENIA: entführte italienische Ordenfrauen nach 120 Tagen wieder frei

Frucht von Gebeten und „diskreter und geduldiger Geheimdienstarbeit“

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ROM, 20. Februar 2009 (ZENIT.org).- Zwei italienische Ordensfrauen, die vor vier Monaten in Kenia entführt wurden, sind wieder frei. Nach Angaben P. Lombardi SJ, dem Pressesprecher des Heiligen Stuhles freut sich besonders Papst Benedikt XVI. über den positiven Ausgang des Geiseldramas, das Ostafrikas Kirche in den vergangenen Monaten in Atem gehalten hatte.

Schwester Maria Teresa Olivero und Schwester Caterina Giraudo befanden sich mehr als 120 Tage in den Händen von bewaffneten Verbrechern, die sie von Kenia aus nach Somalia verschleppten. Dort sind die beiden Ordensfrauen für ihr großherziges Engagement für die Ärmsten bekannt (Zenit berichtete).

Das römische Außenministerium bestätigte am Donnerstag die Nachricht und erklärte, den beiden 61 und 67 Jahre alten Frauen gehe es gut, sie seien in der italienischen Botschaft in Nairobi, so Regierungschef Silvio Berlusconi.

Nach Angaben des italienischen Außenministers Franco Frattini wurde kein Lösegeld gezahlt. Es habe auch keine gewaltsame Aktion zur Befreiung gegeben, vielmehr eine „diskrete und geduldige Geheimdienstarbeit“, meldete die Deutsche Depeschenagentur.

Benedikt XVI. verfolgte all die Monate besorgt die Tatsache, dass die Entführung weiterhin andauere. Der Heilige Vater lies über verschiedene Kommuniqué wissen, er stehe dem Leiden der beiden Ordensfrauen, ihren Familienangehörigen und der Kontemplativen Missionsbewegung Charles de Foucauld im Gebet nahe.

Die beiden Ordensfrauen arbeiteten für die somalischen Flüchtlinge. Sie wurden von einer bewaffneten Bande in Elwak in einer Entfernung von 230 Kilometer von Mandera in der Nähe der Grenze zu Somalia entführt. Die bewaffneten Entführer waren im November nach Angaben des kenianischen Roten Kreuzes mit den Ordensschwestern über die nahe Grenze nach Somalia geflohen.

Die Kontemplative Missionsbewegung Charles de Foucauld von Cuneo arbeitet seit 1984 in dieser Region Kenias. Die Missionare kümmern sich um unterernährte Kinder und chronisch kranke Menschen, die zu einem Großteil aus Somalia stammen und Muslime sind.

In der kenianisch-somalischen Grenzregion kam es in der Vergangenheit schon häufiger zu Entführungen und Überfällen auf Mitarbeiter von Hilfsorganisationen und Medien. Somalias Süden an der Grenze zu Kenia gilt als eine Hochburg islamistischer Milizen.