Kiko Argüellos Symphonie - Das Leiden der Unschuldigen

Großer Erfolg im Lincoln Center von New York

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Von Álvaro de Juana

ROM, 16. Mai 2012 (ZENIT.org). - Chor und Orchester des Neokatechumenalen Wegs waren am 8. Mai im renommierten Auditorium „Avery Fisher Hall“ in New York zu Gast, um einen tiefempfundenen Akt der Huldigung zu Ehren der Opfer der Shoah, des jüdischen Holocausts, darzubringen. Unter dem Titel „A Symphonic Homage and Prayer“ fand eine Feier statt, bei der sich Musik und Wort Gottes miteinander verflochten, so geschehen durch die Symphonie „Das Leid der Unschuldigen“, wie durch die damit verbundene Lektüre des Propheten Ezechiel sowie des Evangeliums nach Lukas. Das Werk wurde vor 3.000 Anwesenden, mehrheitlich Juden, vorgetragen. Unter ihnen befanden sich über 30 Rabbiner, ein Dutzend Bischöfe sowie Vertreter aus Gesellschaft und Staat. Ebenso hatten sich zahlreiche Überlebende des Holocaust und deren Familienangehörige eingefunden.

Das Werk „Das Leid der Unschuldigen“ wurde von Kiko Argüello, dem Gründer des Neokatechumenalen Wegs, komponiert und von einem Chor und Orchester vorgetragen, dem 180 professionelle Musiker dieser kirchlichen Gruppierung angehören. Wie Kiko Argüello erklärte, entstand das Opus aufgrund „des Ärgernisses, dass es heute so viele Unschuldige gibt, die an den Sünden anderer schwer zu tragen haben.“ Weiterhin nimmt es Bezug auf das prophetische Wort Simeons an Maria, dass „beim Anblick ihres am Kreuz sterbenden Sohnes ein Schwert ihre Seele durchdringen würde“. Nachdem diese aus symphonischen und katechetischen Elementen bestehende Feier an verschiedenen Orten der Welt wie z.B. Madrid, Paris, Galiläa, Bethlehem und Jerusalem abgehalten wurde, ist sie nun mit Erfolg in einigen Städten der Vereinigten Staaten angelangt. Es handelt sich um eine neue Initiative des Neokatechumenalen Wegs, die darauf abzielt, Brücken zum jüdischen Volk zu schlagen. Die Initiative wurde aufgegriffen, nachdem man feststellte, dass sich viele Juden mit der Musik und der vermittelten Botschaft identifizieren konnten.

Die Feier in der „Avery Fisher Hall“ begann mit Beiträgen der beiden wichtigsten Rabbiner der Stadt New York, Eric Greenberg und Jay Rosenbaum. Beide richteten ein Grußwort an die Versammlung und leiteten ein Gebet. Daraufhin stellte David Rosen, seines Zeichens Rabbiner und Direktor des Jüdisch-Amerikanischen Komitees, Assessor für Interreligiöse Angelegenheiten beim Großrabbinat in Jerusalem und Verantwortlicher für die Beziehungen zum Heiligen Stuhl, Kiko Argüello der Versammlung vor. Bevor das Orchester die Symphonie vortrug, erklärte Kiko Argüello deren Ursprung sowie die Bedeutung des Leidens der Unschuldigen für seinen persönlichen geistlichen Werdegang. In diesem Zusammenhang rief er in Erinnerung, wie er als junger Mann zu den Baracken von Palomeras Altas, einem Stadtteil von Madrid, ging, um dort unter den Ärmsten zu leben, – wo dann auch zur Zeit des II. Vatikanischen Konzils diese kirchliche Gruppierung entstand.

Mit David Rosens Worten, der einmal mehr bestätigte, dass das jüdische Volk dem Neokatechumenalen Weg Anerkennung für seinen Einsatz im Sinne einer Versöhnung und Freundschaft mit der Kirche ausspreche, wurde der Akt fortgeführt. Einer der bewegendsten Momente des Abends kam, als Chor und Orchester das Gebet der „Shemá Israel“ vortrugen, alle Anwesenden aufstanden und mitsangen, viele mit Tränen in den Augen.

Die Feier fand mit einem Gesang und einem Gebet ihren Abschluss, die von einem renommierten jüdischen Chor zu Ehren der Opfer des Holocausts vorgetragen wurden.

Aufgrund dieser Initiative, die in New York und anderen Städten der Vereinigten Staaten, wie Boston und Chicago, durchgeführt worden ist, empfängt der Neokatechumenale Weg nun täglich zahlreiche Gesten der Unterstützung und Freundschaft. Sie stammen von Rabbinern und Juden, die erkannt haben, dass eine wichtige Unterstützung geleistet und in den Beziehungen zwischen dem jüdischen Volk und der katholischen Kirche ein weiterer Schritt nach vorn gemacht worden ist.

[Übersetzung des spanischen Originals von P. Thomas Fox LC]