Kilian von Würzburg (7. Jh.)

Ein irischer Missionar im Frankenland

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 280 klicks

Das Leben des heiligen Kilian ist kaum mit historischen Daten gesichert; viele der Informationen über das Leben und Wirken des Heiligen sind legendarisch. So bezweifeln einige Quellen, dass er tatsächlich Bischof von Würzburg gewesen sei. Kilian soll einer iro-schottischen Familie entstammen und als Wanderbischof ins Frankenland gekommen sein. Gemeinsam mit seinen beiden Gefährten, dem Diakon Totnan und dem Priester Kolonat, zog er predigend bis nach Würzburg. 687 hatte er vom Papst die dazu erforderliche Ermächtigung erhalten. An Würzburg soll Kilian besonders die schöne Lage gefallen haben, was ihn dazu bewogen haben soll, sich hier dauerhaft niederzulassen.

Der Legende nach bekehrte der Heilige Herzog Gozbert und dessen Familie zum christlichen Glauben. Zu Unfrieden kam es, als Kilian Gozbert dazu aufforderte, sich von Gailana, der Ehefrau seines verstorbenen Bruders, zu trennen, mit der der Herzog zusammenlebte. Gailana habe deshalb Kilian und seine beiden Gefährten, Totnan und Kolonat, wie es in der Legende heißt, 689 umbringen lassen. Die Leichen der Märtyrer wurden anschließend mit den heiligen Geräten und dem „Kiliani-Evangeliar“ vergraben, um alle Spuren der Greueltat zu verwischen. Die Mörder und ihre Anstifterin sollen dem Wahnsinn verfallen und gestorben sein.

Bischof Burkhard von Würzburg erhob die Gebeine Kilians am 8. Juli 752. Rund 30 Jahre später, im Jahr 788, wurden die Reliquien des heiligen Kilian dann in den Vorgängerbau der heutigen Neumünsterkirche, den Salvatordom, umgebettet. Die Neumünsterkirche wurde an der Stelle errichtet, an der Kilian, Totnan und Kolonat ihr Martyrium erlitten hatten.

Der 8. Juli ist nicht nur der Festtag des heiligen Kilian, sondern auch seiner beiden Gefährten, Totnan und Kolonat.

Ein Teil der Reliquien des heiligen Kilian werden in der Kiliangruft in der Neumünsterkirche aufbewahrt. Dort befinden sich auch die Büsten seiner Gefährten, Totnan und Kolonat. Der Sarkophag des heiligen Kilian, der aus dem achten Jahrhundert stammt, steht an der Ostwand der Gruft. Das Haupt Kilians hingegen wird, wie auch die Häupter Totnans und Kolonats, im Würzburger Dom aufbewahrt.