Kim Dae-jung ließ sich vom Glauben leiten

Nachruf auf den verstorbenen südkoreanischen Präsidenten und Friedensnobelpreisträger

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ROM, 20. August 2009 (ZENIT.org).- Der katholische Glaube war das Geheimnis von Kim Dae-jung. Das betont der Osservatore Romano, die halboffizielle Tageszeitung des Vatikans. Der südkoreanische Ex-Präsident und Friedensnobelpreisträger erlag am Dienstag, dem 18. August, im Alter von 83 Jahren einer Lungenembolie und mehrfachem Organversagen.



Kim Dae-jung bekämpfte als unbeugsamer Oppositioneller beharrlich die Diktaturen der Generäle Park Chung-hee (1961 bis 1979) und Chun Doo-hwan (1980 bis 1988). Der Sohn eines Bauern und überzeugte Katholik bezahlte für seinen Einsatz einen hohen Preis: Nach einem als Autounfall getarnten Anschlag, der offenbar auf das Konto des südkoreanischen Geheimdienstes gegangen war, litt er an chronischen Gehbeschwerden. Er wurde inhaftiert und 1980 sogar zum Tode verurteilt, später aber begnadigt. Nach der Demokratisierung Südkoreas war der auch als „Nelson Mandela Ostasiens“ bekannte Kim Dae-jung von 1998 bis 2003 Präsident.

Er leitete mit der so genannten „Sonnenscheinpolitik“ eine Annäherung an Nordkorea ein. Im Jahr 2000 traf er in Pjöngjang mit dem nordkoreanischen Führer Kim Jong-il zusammen. Für seine Aussöhnungspolitik erhielt Kim Dae-jung im selben Jahr den Friedensnobelpreis. „In meinem Leben lebte ich in der Überzeugung, dass die Gerechtigkeit gewinnt“, sagte er bei der Preisübergabe. „Die Gerechtigkeit mag zu Lebzeiten scheitern, aber im Verlauf der Geschichte wird sie schlussendlich siegen.“

Der Osservatore Romano lobte Kim Dae-jungs „Kampf für Demokratie“ und seine „Anstrengung zur Versöhnung mit Nordkorea“. Kim Dae-jung genoss in seiner Heimat bis zuletzt hohe Anerkennung. Regierung und Opposition würdigten den Verfechter der Menschenrechte nach seinem Ableben als eine der größten Persönlichkeiten in der Geschichte des Landes.