Kinder beten für Kinder den Kreuzweg

Neue Gebets-Broschüre des Kindermissionswerks in Österreich

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WIEN, 1. März 2008 (ZENIT.org).- Für Kinder und Jugendliche, die ein weites Herz haben und Altersgenossen in Not unterstützen wollen, hat das Kindermissionswerk in Österreich (eines der vier Werke der Päpstlichen Missionswerke, kurz „missio“) die 36-seitige Comic-Kreuzwegandacht „Mit Jesus die Welt verändern!“ entworfen, die für zwei Euro unter der Telefonnummer: (+43) 1 / 513 77 22 oder per E-Mail: bestellung@missio.at angefordert werden kann.



„Jesus, warum hast Du Simon von Cyrene Dein Kreuz tragen lassen?“, fragen Kinder aus aller Welt etwa bei der fünften Kreuzwegstation. „Es gibt Leid, das so groß ist, dass man es alleine nicht tragen kann“, antwortet der Herr. „Wir brauchen die Schulter eines anderen, die uns hilft, die Last des Kreuzes zu teilen.“ Auf die folgende Frage der Kinder, ob auch sie wie Simon einem Notleidenden helfen könnten, erklärt Jesus: „Ja, du kannst mir helfen. Dein Herz ist für die Liebe, für die Linderung der Not erschaffen. Erwachsene nennen das Nächstenliebe.“

So wird Jesus auf seinem Leidensweg begleitet, und die Beter gedenken dabei auch all derer, die jede Hilfe bitter nötig haben: der 117 Millionen Kinder, die weltweit in Fabriken, Bergwerken oder auf den Feldern arbeiten müssen; der rund 300.000 Kindersoldaten in fast 30 Ländern; der 23 Millionen Kinder, die vertrieben wurden oder aus anderen Gründen auf der Flucht sind; der elf Millionen Kinder, die jedes Jahr aufgrund der Folgen von Armut vor Erreichung des fünften Lebensjahres sterben; der 10.000 Mütter, die monatlich in den armen Nationen aufgrund fehlender Gesundheitsversorgung umkommen, sowie all jener – Missionare, Ordensleute und Priester –, die sich ihrer annehmen.

Der Kinderkreuzweg in Dialogform lädt zum Gebet ein und zugleich dazu, selbst aktiv zu werden und ein Zeichen der Solidarität zu setzen. Guido Fitz, Referent des Kindermissionswerkes, erklärt: „Ich freue mich über das rege Interesse der Kinder am Kinderkreuzweg, über ihr Mitgefühl und ihre unglaubliche Hilfsbereitschaft. Wir erhalten laufend Zuschriften von Kindern, die aktiv werden, weil das Leid ihrer Altersgenossen sie so sehr bewegt!“

Auch der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke und langjährige Begleiter von Mutter Teresa, Monsignore Dr. Leo-M. Maasburg, freut sich darüber, dass bereits über 100.000 Exemplare des Kinderkreuzwegs im Umlauf sind: „Papst Benedikt XVI. hat uns bei seinem Besuch in Österreich zum Dank für die Bilder und Briefe, die zahlreiche Kinder dem Heiligen Vater gemalt und geschrieben haben, ein Schreiben an die Kinder überreicht. Darin betont er: Liebe Kinder! (…) Ihr unterstützt mich mit Eurem Gebet und auch mit Eurem Einsatz zur Verbreitung des Evangeliums. Macht weiter so! Diesen Auftrag des Heiligen Vaters wollen wir umsetzen und haben deswegen den Kinderkreuzweg entworfen. Dieser soll Kinder und Erwachsene für die Not in der Welt feinfühlig machen und konkret zu Gebet und Hilfe anregen!“

Warum die Kreuzwegandacht ein besonders wertvolles Gebet ist, erläuterte gegenüber ZENIT Eugen Waldstein, Pressesprecher bei „missio“: „Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, im Kreuz ist Hoffnung!, lautet einer der stärksten Aussagen, die in der Liturgie und den Gebeten der Fasten- und Osterzeit vorkommt. Wenn man die Leiden Jesu am Kreuz betrachtet, den Kreuzweg betet, kann man erfahren, dass diese Worte, die rein menschlich gesehen widersprüchlich und eigentlich eine Provokation sind, wahr sind.“

Die Frucht der Kreuzwegbetrachtung sei unter anderem das „stückweise Erkennen der Wahrheit“. Denn: „Im Blick auf die Leiden Jesu erkennt man die Größe der Liebe und Demut des Herrn und im selben Moment die eigene Schwäche und Unzulänglichkeit. Zugleich ist das Kreuzwegbeten ein Trost, weil man lernt und vertrauen lernt, dass der allmächtige Gott die eigene Schwäche, die eigenen Nöte kennt und in Liebe trägt. Und es schenkt einem den Blick für die wirklich wichtigen Dinge des Lebens – für das, was auch in Ewigkeit Gewicht hat.“

Wer ein Kindermissionar werden will, ist eingeladen, für jene Kinder, denen es nicht so gut geht, ein Gebet zu verfassen oder ein Bild zu malen. Und wer es der Kindermission (Seilierstätte 12, 1015 Wien) zukommen lässt, kann es wenig später unter www.missio.at bewundern.

Von Dominik Hartig