„Kinder der Hoffnung“: Patriarch Delly blickt zuversichtlich in die Zukunft seiner irakischen Heimat

Von Marta Lago

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ROM, 27. November 2007 (ZENIT.org).- Der neue Kardinal aus dem Irak hat seine Landsleute ermutigt, „Kinder der Hoffnung“ und optimistisch zu sein, da Gott ein Vater sei, der sein Volk liebt.



Patriarch Emmanuel III. Delly von Babylon und für die Chaldäer stand am Vorabend des Konsistoriums in der Nähe des Vatikans einer Gruppe von Journalisten Rede und Antwort. In dem Gespräch betonte er, dass die Ehre, ins Kardinalskollegium erhoben zu werden, eine Würdigung sei, die an das ganze irakische Volk ergehe.

Der Erzbischof von Bagdad bemerkte, dass die irakische Regierung mit seiner Erhebung zufrieden sei. „Diese Würde soll nicht nur dem Irak dienen, sondern all unseren geliebten Freunden auf der ganzen Welt, ja der ganzen Menschheit“, so Kardinal Delly.

Zur Lage der Christen in seinem Land bemerkte der chaldäische Patriarch: „Was den Christen im Irak widerfährt, das stößt auch unseren muslimischen Brüdern zu, und was mit unseren muslimischen Brüdern geschieht, das passiert auch uns Christen. Wir leben seit 14 Jahrhunderten zusammen, wir haben eine Beziehung miteinander… Es stimmt natürlich, dass gelegentlich Christen aus verschiedenen Gründen mehr leiden. Aber eine Autobombe bringt sowohl Muslime wie Christen um.“

Die internationale Staatengemeinschaft forderte er dazu auf, den Irakern zu helfen, „Frieden zu schaffen“. An sein Volk appellierte er „mit den Worten unseres Herrn: Wir sollen einander lieben – und zwar nicht nur das irakische Volk, sondern die gesamte Bevölkerung. Deshalb appelliere ich an den guten Willen, um auf der ganzen Welt Frieden herzustellen; und mit diesen Worten weihe ich mein ganzes Sein dem Dienst der Kirche und meinem Heimatland.“

Bezüglich seines neuen Missionsauftrags als Kardinal legte Patriarch Emmanuel III. Delly dar: „Ich bin gekommen, um zu dienen und nicht, um bedient zu werden.“ Sein Dienst erstrecke sich dabei auf „die Weltkirche“, die ganze Kirche, und nicht nur auf die chaldäische Kirche, deren Patriarch, Haupt und Vater er sei.

„Alles, was ich meinem Volk gegeben habe, werde ich ihm auch weiterhin geben“, führte der Kardinal aus. Er liebe seine Heimat und diene ihr. „Alle Iraker sind für mich gleich; ich unterschiede nicht zwischen Schiiten, Sunniten, Christen oder Kurden.“ Deshalb bestehe die Delegation, die ihn nach Rom begleitet habe, aus Vertretern der verschiedenen Gruppen.

In einigen Teilen seines Landes herrsche eine relative Waffenruhe, so dass einige Familien bereits nach Dora zurückgekehrt seien, wo sein Weihbischof vor einigen Wochen eine Heilige Messe gefeiert habe – in einer Kirche, die zuvor geschlossen gewesen sei. Das sei schon „ein Anfang“. Und er erhoffe sich, „dass er unseren Leuten und jedermann gut tun wird, weil nicht nur Kirchen angegriffen wurden, sondern alle Andachtsstätten“ – so beispielsweise auch 134 Moscheen.

Die Kirchen würden wiederaufgebaut, und die Menschen kehrten zurück in ihre Häuser. „Wir sind Kinder der Hoffnung“, fügte der Patriarch hinzu. „Wir sollen optimistisch sein. Der Herr wird uns schützen. Er ist unser Vater, und er liebt uns.“

Der 80 Jahre alte Kardinal wolle seinem Land auch in Zukunft dienen. Durch seine Reisen wolle er „jene, die das Land verlassen haben, überzeugen zurückzukehren, um gemeinsam am Wiederaufbau des Iraks zu arbeiten.“

Papst Benedikt XVI. brachte am Samstag während der Predigt zum Konsistorium seine Verbundenheit mit dem irakischen Volk zum Ausdruck und wies darauf hin, dass die Verleihung des Kardinalspurpurs an den chaldäischen Patriarchen von Babylon ein Zeichen für die Solidarität der gesamten Kirche für die Not leidenden Menschen in dieser Region sei.