Kinder und Mütter im Rampenlicht der Weltöffentlichkeit

Burkhard Redeski zum morgigen Besuch Benedikts XVI. im Caritas Baby Hospital

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JERUSALEM, 12. Mai 2009 (ZENIT.org).- Morgen, Mittwoch, wird sich Papst Benedikt XVI. den ganzen Tag über in Bethlehem aufhalten, der Geburtsstadt Jesu.



Nach der Begrüßungszeremonie im Westjordanland, das zu den Palästinensischen Autonomiegebieten gehört, dem großen Papstgottesdienst und einer Begegnung mit den Bischöfen wird sich der Heilige Vater zum privaten Gebet in die Geburtsgrotte begeben. Danach, gegen 15.00 Uhr, steht ein Besuch im Caritas Baby Hospital auf dem Programm, das von der Kinderhilfe Bethlehem getragen wird.

Die Bedeutung dieser Kurzvisite des Heiligen Vater hat Burkhard Redeski von der „Kinderhilfe Bethlehem“ gegenüber ZENIT kurz umrissen. Redeski hält sich gegenwärtig im Heiligen Land auf.

ZENIT: Wie erleben Sie das Heilige Land, wie Papst Benedikt XVI.?

-- Redeski: In Amman wirkte der Papst sehr gelöst und freudig. In Israel ist seine Reise sehr politisch geworden. Diesen Wechsel konnte man am Montag deutlich spüren. Ich hoffe, dass er seinen Besuch in Bethlehem nutzt, um sich von der Freude an seinem Kommen anstecken zu lassen. Die Menschen im Westjordanland freuen sich auf ihn als Papst, weniger als Politiker.

ZENIT: Was waren bisher die bewegendsten Erlebnisse für Sie ganz persönlich?

-- Redeski: Am öffentlichen Leben zu spüren, dass sich der Papst nähert, ohne ihn direkt zu sehen.

ZENIT: Was bedeutet Ihnen der Besuch des Heiligen Vaters im Caritas Baby Hospital? Was will Benedikt XVI. damit zeigen?

-- Redeski: Papst Benedikt stellt die Kinder und Mütter für einen Augenblick in das Scheinwerferlicht der Weltöffentlichkeit. Er besucht die, die sonst im Schatten sind, die sich vergessen fühlen, ohne zu klagen. Papst Benedikt zeigt auch, dass die Idee des Gründers des Spitals bis heute Menschen auf der ganzen Welt in ihren Bann zieht: Nie wieder darf einem Kind an einem für uns Christen so symbolischen Ort wie Bethlehem medizinische Hilfe verwehrt bleiben.

ZENIT: Jährlich werden in dem Krankenhaus, das seit fast 60 Jahren offen steht, mehr als 30.000 Kinder behandelt. Was sind die Schwerpunkte, was soll in Zukunft erreicht werden?

-- Redeski: Schwerpunkt der Arbeit ist die medizinische Basisversorgung von Babys und Kindern. Wir helfen bei typischen Kinderkrankheiten, denn einen Kinderarzt können sich viele Familien nicht mehr leisten. Auch die Armutskrankheiten nehmen immer mehr zu. Mangelernährte Kinder sind anfälliger für Infektionen.

In der Zukunft wollen wir mit unserer neuen ambulanten Klinik, die gerade im Bau ist, verstärkt Spezialisierungen anbieten. Damit alle Kinder in Bethlehem einen Zugang zu qualifizierter medizinische Hilfe haben.

ZENIT: Die in der Schweiz angesiedelte Kinderhilfe Bethlehem ist Träger des Caritas Baby Hospitals. Was sind ihre Ziele und Projekte?

-- Redeski: Die Kinderhilfe Bethlehem sichert die Arbeit im Caritas Baby Hospital und entwickelt die Angebote gemeinsam mit den Mitarbeitern in Bethlehem weiter.

In Europa hält die Kinderhilfe Bethlehem das Anliegen für die Kinder und Mütter im Heiligen Land wach. Das Caritas Baby Hospital ist das Hauptwerk der Kinderhilfe Bethlehem. Weil die Not an den Grenzen Bethlehems nicht Halt macht, hilft das internationale Werk auch Projekten anderer Träger.

ZENIT: Sehen Sie eine Zukunft für die Christen im Heiligen Land? Wie können wir ihnen helfen?

-- Redeski: Die Christen im Heiligen Land sind Palästinenser. Darum ist ihr Alltag vom Konflikt zwischen Israel und Palästina geprägt. Eine Zukunft für die Christen kann es darum nur geben, wenn Israelis und Palästinenser Wege finden, sich anzunähern. Leider gibt es zurzeit nur wenige Menschen, die brauchbare Vorschläge für diesen Weg haben.

Eine Hilfe für die Christen ist sicherlich ein Besuch, so wie es Papst Benedikt auch macht. Die christlichen Gemeinden sollen spüren, dass sie nicht vergessen und alleine sind. Mit Spenden können wir Arbeit auf der Grundlage christlicher Werte ermöglichen, wie wir es täglich im Caritas Baby Hospital erleben.

Das Interview führte Dominik Hartig