Kinderschutzkommission tagt zum ersten Mal

Mehr Transparenz Im Kampf gegen Missbrauch

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 228 klicks

Die von Papst Franziskus im Dezember eingerichtete Kinderschutzkommission traf sich vom 1. bis zum 3. Mai zum ersten Mal im vatikanischen Gästehaus Santa Marta zu einer Sitzung, an der auch Papst Franziskus zeitweise teilnahm.

Während der abschließenden Pressekonferenz am Samstag sagte Kardinal Sean Patrick O’Malley, Papst Franziskus teile die Pläne der Kommission, einen besonderen Schwerpunkt auf die Rechenschaftspflicht der katholischen Kirche und Transparenz in ihrem Kampf gegen Missbrauch zu setzen. Zu Beginn drückte der Kardinal allen Missbrauchsopfern im Namen der Kommission Solidarität und Anteilnahme aus. Man wolle die Interessen von Kindern wie Erwachsenen mit Behinderungen vertreten. Er sagte, man habe sich in der ersten Sitzung vor allem mit den zukünftigen Aufgaben der Kommission und der Auswahl möglicher neuer Mitglieder beschäftigt.

 „Unsere Diskussionen haben sich zunächst auf die Natur und die Mission der Kommission und auf weitere neue Mitglieder konzentriert, um Menschen aus anderen geographischen Gegenden und aus anderen Fachbereichen einzuschließen. Es wurden viele Vorschläge dazu gemacht, wie unsere Kommission mit Experten aus verschiedenen Bereichen zusammenarbeiten kann, die sich um den Schutz von Kindern und verletzlichen Erwachsenen kümmern.“

Die bisherigen Mitglieder des Gremiums deuten auf ein interdisziplinäres und internationales Profil hin. In der Kommission sitzen auf Wunsch des Papstes auch Missbrauchsexperten aus aller Welt wie der deutsche Jesuitenpater Hans Zollner und die Irin Mary Collins. Weitere Mitglieder sind Catherine Bonnet aus Frankreich, Sheila Baroness Hollins aus Großbritannien, Claudio Papale aus Italien, Hanna Suchocka aus Polen und der Jesuit Humberto Miguel Yáñez aus Argentinien. Desweiteren stellte O’Malley während der Pressekonferenz klar, dass die Kommission keine individuellen Fälle behandeln könne; vielmehr gehe es darum, der Kirche Empfehlungen zu geben, wie sie ihre Verantwortung wahrnehmen könne und welche die besten Vorgehensweisen in der Bekämpfung des Missbrauchs seien. Besonders wolle man auf die tragischen Konsequenzen von Missbrauch und die verheerenden Folgen eines Ignorierens von Verdachtsfällen, sowie das Versagen in der Unterstützung der Opfer und ihres Umfelds aufmerksam machen, so Burke.

Er fuhr fort, die Kommission lege großen Wert auf eine Zusammenarbeit mit der römischen Kurie. Papst Franziskus wünsche sich eine gewisse „Autonomie und Unabhängigkeit“ der Kommission, so Burke. Bei der ersten Sitzung der Kinderschutzkommission seien neben dem Gremium auch Vertreter des Staatssekretariats, der Glaubenskongregation, des Pressesaals und der Vatikangendarmerie anwesend gewesen. Er sagte:

„Als Beratungskommission für den Heiligen Vater werden wir die Ergebnisse unserer Arbeit dem Papst mitteilen. Zeitnah werden wir Initiativen vorschlagen, um lokale Verantwortung in der ganzen Welt zu ermutigen und die wirkungsvollsten Praktiken zum Schutz aller Minderjährigen umzusetzen, inklusive Trainings-, Erziehungs- und Ausbildungsprogramme und konkrete Antworten auf Missbrauch.“

Burke sagte abschließend, die Struktur und die Ziele der Kommission werden in Form von Statuten dem Papst zur Approbation vorgelegt werden. Über die Aufnahme neuer Mitglieder werde Papst Franziskus entscheiden. Ein erneutes Treffen der Kinderschutzkommission sei in Planung.