Kirche heißt Liebe zum Wort Gottes und Einheit um Christus

Vespergottesdienst in der Kathedrale Notre-Dame

| 1491 klicks

PARIS, 13. September 2008 (ZENIT.org).- Es gibt niemanden, der in der Kirche überflüssig wäre, bekräftigte Papst Benedikt XVI. am Abend des 12. September in der Kathedrale von Notre-Dame, wo er vor der Begegnung mit den Jugendlichen zusammen mit den Priestern, Diakonen, Seminaristen und Ordensleuten die Vesper feierte.

In seiner Predigt erinnerte der Papst an die Besuche seiner Vorgänger in der Pariser Kathedrale sowie auch daran, dass er selbst vor 25 Jahren gekommen war, um einen Vortrag über die Katechese zu halten. Große kirchliche und weltliche Ereignisse hätten in der Kathedrale stattgefunden, wo Architekten, Maler, Bildhauer und Musiker ihr Bestes gegeben hätten.

Jesus Christus selbst habe seinen Tempel errichtet, fuhr der Papst fort. Er sei es, der seine Kirche gegründet habe, gebaut auf dem Felsen, auf dem Glauben des Apostels Petrus. Und alle seien Werkzeuge des Heiligen Geistes. Gott sei so demütig, dass er sich der Menschen bediene, um sein Wort zu verbreiten.

Die Kathedrale sei „ein lebendiger Gesang aus Steinen und Licht zum Lob dieses in der Menschheitsgeschichte einmaligen Ereignisses: Das ewige Wort Gottes tritt in der Fülle der Zeiten in die Geschichte der Menschen ein, um sie durch seine Selbsthingabe im Kreuzesopfer freizukaufen“, so Papst Benedikt. Die Liturgie sei auf die Feier dieses in der Geschichte einmaligen Ereignisses ausgerichtet, werde aber niemals vollständig dessen unendliche Fülle zum Ausdruck bringen können.

„Die Schönheit der Riten wird sicherlich niemals erlesen, gepflegt und durchdacht genug sein können, weil nichts zu schön sein kann für Gott, der die unendliche Schönheit ist. Unsere irdischen Liturgiefeiern können immer nur ein blasser Abglanz jener Liturgie sein, die im himmlischen Jerusalem, dem Ziel unserer irdischen Pilgerreise, gefeiert wird.“

Der Papst rief die Priester und Ordensleute dazu auf, viel Zeit der Lesung, der Meditation der Heiligen Schrift und dem Stundengebet zu widmen.

Die Seminaristen ermunterte der Heilige Vater, durch das Wort, das sie täglich meditieren, in das Leben Christi einzutreten, das sie je nach ihrer Berufung in ihrer eigenen Umgebung verbreiten sollten. „Ihr seid dazu berufen, Bewahrer dieses wirksamen Wortes zu werden, welches das bewirkt, was es sagt. Erhaltet in euch immer den Geschmack am Wort Gottes lebendig! Lernt durch dieses Wort, alle Menschen zu lieben, die auf euren Weg gestellt werden. Niemand ist in der Kirche überflüssig, niemand! Jeder kann und muss dort seinen Platz finden.“

Die Diakone ermutige Benedikt XVI., das Wort in den Mittelpunkt ihres Lebens und Dienstes am Nächsten zu stellen: „Seid lebendige Zeugen der unendlich großen Macht des Wortes Gottes, ohne die Priester ersetzen zu wollen, sondern um ihnen freundschaftlich und wirksam zu helfen!“

Die Ordensleute wiederum erinnerte der Papst daran, dass das Gelübde der evangelischen Räte sie Christus ähnlich gemacht habe: „Lasst euch schließlich täglich durch den läutern, der uns gesagt hat: Jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt mein Vater, damit sie mehr Frucht bringt. Die Reinheit des göttlichen Wortes ist das Vorbild eurer eigenen Keuschheit; sie bürgt für deren geistliche Fruchtbarkeit.“

Abschließend betete der Papst für die Einheit der Kirche und grüßte die anwesenden Vertreter der anderen christlichen Kirchen und Konfessionen. „Das ist die Bedeutung dieser Einheit des Wortes Gottes, Zeichen, Unterpfand und Garant der Einheit der Kirche, um deren Wachstum in uns ich den Herrn inständig bitte. Es gibt keine Liebe in der Kirche ohne Liebe zum Wort Gottes; es gibt keine Kirche ohne die Einheit um Christus, den Erlöser; es gibt keine Früchte der Erlösung ohne Liebe zu Gott und zum Nächsten, gemäß den beiden Geboten, die die ganze Heilige Schrift zusammenfassen!“