Kirche in Aserbaidschan jetzt auch im Internet verteten

Initiative der Salesianer Don Boscos

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BAKU, 26. Juni 2007 (ZENIT.org).- Eine der kleinsten katholischen Gemeinden der Welt erlebte im Kaukasus die Eröffnung ihres eigenen Internetportals. Auf Initiative der Salesianer kann sich ab jetzt jedermann über die Kirche in Aserbaidschan informieren – unter www.catholic.az.



Die Beiträge, die Zahlen und Fakten über die Ortskirche mit einschließen, sind somit erstmals online zugänglich. Einzige Voraussetzung ist die Kenntnis der russischen Sprache (in Bälde sollen die verschiedenen Berichte und Dokumente auch auf Azeri vorliegen, der Amtssprache des Landes). Der Besucher der neuen Webseite wird eingeladen, sich aktiv in entsprechenden Foren einzubringen.

Gehostet wird dieses Projekt von der Salesianerprovinz in der Slowakei, die sich den neuen Medien verschrieben hat, erklärte der Orden in Rom. Man erhoffe sich, dass die Website zunehmend auch zur Evangelisierung beitragen könne.

Die Republik Aserbaidschan wurde nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 unabhängig. Die meisten der knapp 8 Millionen Einwohner sind Muslime. Sie stellen 85 Prozent der Gesamtbevölkerung. Die Christen zählen mit 350.000 Getauften, die mehrheitlich der russisch-orthodoxen und der armenisch-orthodoxen Kirche angehören, zu den bedeutendsten Minderheiten. Ihre Geschichte geht bis ins erste Jahrhundert zurück.

Im Zuge der Christenverfolgungen unter Stalin verschwand die katholische Gemeinde in Aserbaidschan beinahe vollständig. Die Kathedrale von Baku wurde damals zerstört. Heute leben im ganzen Land weniger als 1000 Katholiken.

In Baku, einer bedeutenden Hafenstadt am Kaspischen Meer, wurde vor kurzem die erste katholische Kirche der Unbefleckten Empfängnis der Jungfrau Maria geweiht. Die Einweihung fand am 29. April im Beisein von Erzbischof Claudio Gugerotti statt, der den Heiligen Vater als Apostolischer Nuntius in Georgien, Armenien und Aserbaidschan vertritt. Bei der Grundsteinlegung am 11. September 2005 war auch der damalige Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, Kardinal Crescenzio Sepe, anwesend gewesen.

Die neue Kirche, deren Bau dank der Unterstützung der Kongregation für die Evangelisierung der Völker und zahlreicher Wohltäter finanziert werden konnte, steht auf einem Grundstück, das der Staat im Zuge des Besuchs von Papst Johannes Paul II. im Mai 2002 der katholischen Kirche zum Geschenk machte.

Die Altar-Reliquien stammen nach Angaben der Nachrichtenagentur „ANS“, die von den Salesianern betrieben wird, vom heiligen Bartholomäus (in Erinnerung an den ersten Apostelmissionar des Landes), vom Seligen Nicolás Charneckyi (einem Märtyrer ukrainischer Abstammung aus der Zeit des Kommunismus), vom heiligen Don Bosco, von der heiligen Maria Dominga Mazzarello und dem heiligen Domenico Savio.

Die neue Kirche in Baku untersteht der „missio sui iuris“ des Landes, die den Salsianern Don Boscos anvertraut ist. Geleitet wird sie von Bischof Ján Capla, der in seiner pastoralen Tätigkeit von fünf Ordenleuten seiner Kongregation, drei Freiwilligen und fünf Missionarinnen der Nächstenliebe unterstützt wird.

Aus dem Päpstlichen Jahrbuch 2006 geht hervor, dass die Mission von Baku zwischen 350 und 400 katholische Gläubige umfasst.