Kirche in Not: Soforthilfe für Familien in Mali

Ausnahmezustand verhindert, dass Flüchtlinge in ihre Dörfer zurückkehren

Rom, (ZENIT.orgKIN) | 869 klicks

Das internationale katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ hat 40.000 Euro Soforthilfe für die Grundversorgung von Familien in Mali zur Verfügung gestellt. Wie das Hilfswerk in München mitteilte, werde damit vor allem der Unterhalt und die medizinische Versorgung von über 300 Familien unterstützt. Besonders Mütter und Kleinkinder seien auf Hilfe angewiesen, denn Nahrungsmittel seien in dem afrikanischen Land knapp.

„Kirche in Not“ reagiert mit der Soforthilfe auf eine dringende Bitte des Bischofs der südmalischen Diözese Mopti, Georges Fonghoro. Er berichtet, dass die Bedürfnisse im Land enorm und die Lage der Bevölkerung prekär seien und daher ein sofortiges Handeln erforderten. „In den letzten Monaten haben die Menschen vor allem im Norden sehr gelitten. Viele sind vor der Gewalt geflohen. Wir kümmern uns derzeit um die Vertriebenen. Die Lage im Land hat sich beruhigt, auch wenn der Ausnahmezustand um drei Monate verlängert wurde. Die Leute haben aber immer noch Angst, in ihre Dörfer zurückzukehren“, heißt es in dem Hilfegesuch aus Mopti.

Bereits im vergangenen Jahr leistete das Hilfswerk Nothilfe für Vertriebene in dem afrikanischen Land. Für überwiegend pastorale Projekte hat „Kirche in Not“ in den vergangenen zehn Jahren etwa zwei Millionen Euro aufgewendet.

Anfang 2012 waren im Norden Malis Kämpfe zwischen Tuareg und malischen Streitkräften ausgebrochen. Den Tuareg schlossen sich islamistische Verbände an, die die Macht an sich rissen. Mit Kidal, Gao und Timbuktu wurden die wichtigsten Städte im Norden erobert. Die innerstaatliche Krise spitzte sich zu, als das Militär die Regierung in Malis Hauptstadt Bamako stürzte. Weil das strategisch bedeutsame Land Gefahr lief, komplett in die Hände islamistischer Kräfte zu fallen, griff Frankreich im Januar 2013 auf Seiten der malischen Armee militärisch in den Konflikt ein.

Die Diözese Mopti hat ihren Sitz in der gleichnamigen Regionalhauptstadt im Süden des Landes am Zusammenfluss des Bani und des Niger. In der Diözese, die fast 900 000 Quadratkilometer groß ist, leben nur rund 40 000 Katholiken. In sechs Großpfarreien sind 22 Priester in der Seelsorge tätig. Bischof Georges Fonghoro leitet das Bistum seit 1999.