Kirche in Not unterstützt Protest gegen Blasphemie-Gesetz in Pakistan

Protestmarsch in London

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Von John Newton

LONDON, Dienstag, 21. Juni 2011 (ZENIT.org/Kirche in Not). - „Kirche in Not“ Großbritannien schließt sich einem Protestmarsch mit Christen und Nichtchristen an, um gemeinsam gegen die berüchtigten Blasphemiegesetze in Pakistan aufzutreten.

Der Protestmarsch, der am Samstag, den 2. Juli, in London stattfinden wird, will zu Änderungen der pakistanischen Blasphemie-Gesetze aufrufen, deretwegen in den letzten zwei Monaten 14 Anschläge auf Christen verübt wurden.

Der britische Direktor von Kirche in Not, Neville Kyrke-Smith, wird unter denen sein, die in der Downing Street 10 eine Petition an die britische Regierung übergeben werden, Druck auf Pakistan auszuüben, damit die Gesetze geändert und Maßnahmen zum Schutz der Rechte religiöser Minderheiten verstärkt werden.

Kyrke-Smith: „Blasphemie ist für uns nur ein Wort – für Christen und alle Menschen in Pakistan, die unter den Vorwurf von Gotteslästerung geraten, kann Blasphemie zum Tode führen.“

Die Petition von KIN fordert den Schutz für religiöse Minderheiten, die häufig der Gewalt jener Menschen zum Opfer fallen, die das Gesetz in die eigenen Hände nehmen und andere der Gotteslästerung beschuldigen.

Kyrke-Smith wies auf den weit verbreiteten Missbrauch der Blasphemie-Gesetze hin und verlangte, die pakistanische Regierung solle sie nach einem Vorschlag abändern, damit Gewaltakte des Volkes verhindert werden könnten.

Die Paragraphen 295b und 295C der Blasphemie-Gesetze verhängen schwere Strafen auf Beleidigungen des Islams.

Schändung von Texten, die Verse des Korans beinhalten, können mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe geahndet werden; bei Beleidigungen gegen den Propheten Mohammed kann sogar die Todesstrafe verhängt werden.

Kyrke-Smith erläuterte: „Dies ist ein folgenschweres Problem, und wir appellieren an alle Gläubigen, die Petition zur Forderung von Toleranz und Reform der Blasphemie-Gesetze zu unterschreiben, die wie ein Fluch auf allen Menschen in Pakistan liegen.“

Beim Aufruf an alle Wohltäter von KIN, die Petition zu unterstützen, fügte er hinzu: „Unterschreiben Sie für Freiheit und den Schutz  religiöser Minderheiten ... So werden Sie Christen und anderen Gemeinschaften, die aufgrund der vorliegenden Blasphemie-Gesetze unter Intoleranz und Verfolgung leiden, helfen“.

Der Leiter des britischen Presse- und Informationsbüros von KIN, John Pontifex, der zur Untersuchung des Sachverhalts und zur Projektermessung weit durch Pakistan gereist war, wird einer der Referenten dieser Tagesveranstaltung sein.

Er beschrieb, wie die Entscheidung der Hilfsorganisation, an der Veranstaltung teilzunehmen, von älteren katholischen Bischöfen in Pakistan befürwortet worden sei.

Pontifex äußerte: „Was für alle wichtig ist, besonders für die Kirche in Pakistan: dass dies nicht nur als ein Problem der Christen gesehen wird - jeder ist betroffen.

„Mindestens 50 Christen sind in den letzten zehn Jahren im Zusammenhang mit diesen Gesetzen getötet und viele weitere verletzt worden.

„An die Gesetzgebung kann auch das Leid von Menschen anderer Glaubensrichtungen festgemacht werden- darunter auch vieler Muslime -, die ebenso Opfer von Gewalt und Einschüchterung im Zusammenhang mit den Blasphemie-Gesetzen geworden sind.“

Der Protestmarsch am 2. Juli wird von Wilson Chowdhry und der „British-Pakistani Christian Association“ (britisch-pakistanische Vereinigung der Christen), dessen Vorsitz er innehat, organisiert.

Die Veranstaltung beginnt um 11 Uhr vor dem Pakistanischen Hochkommissariat in Lowndes Square, London, wo die Petition zuerst eingereicht wird.

Vertreter aus christlichen Organisationen und Mitglieder anderer Religionen werden einige Reden halten.

Als Sprecher sind unter anderem Dr. Michael Nazir Ali, ehemaliger anglikanischer Bischof von Rochester, und Rev. Stuart Windsor, nationaler Direktor der Christian Solidarity Worldwide, vorgesehen.

Zu den Referenten aus nicht-christlichen Gruppen zählen Upkar Rai vom britischen Sikh Rat, Ranbir Singh von der Hindu Human Rights Group und der Imam der islamischen Gemeinde in Oxford, Dr. Hargey.

Nach den Reden zieht der Marsch Richtung Downing Street.

Nach der dortigen Ankunft werden weitere Reden gehalten und anschließend im Haus Nr. 10 die Petition übergeben.

Der Protestmarsch gegen die pakistanischen Blasphemie-Gesetze findet am Samstag, dem 2. Juli, um 11 Uhr vor dem UK Hochkommissariat für Pakistan, Lowndes Square, London SW1X 9JN, statt. Nach einem Gottesdienst erfolgt der Marsch zur Downing Street 10.

Kirche in Not organisiert, im Zusammenschluss mit anderen Organisationen, darunter der British-Pakistani Christian Association, eine Unterschriftenaktion für Änderungen im Blasphemiegesetz und für einen besseren Schutz der Minderheiten in Pakistan. Am 2. Juli wird die Petition dem britischen Hochkommissariat für Pakistan und der Downing Street 10 eingereicht werden. Um die Petition zu unterschreiben, klicken Sie bitte hier.

[Übersetzung aus dem Englischen von Susanne Czupy]