Kirche in Ungarn ist seit erster „Rotschlamm-Flut" im Einsatz

Nuntius besuchte die Gegend und erhielt Informationen von Caritas und freiwilligen Helfern

| 940 klicks

Von Susanne Czupy

BUDAPEST, 12. Oktober 2010 (ZENIT.org).- Der apostolische Nuntius in Ungarn und Dekan des diplomatischen Korps, Erzbischof Juliusz Janusz, besuchte am Samstag das von der giftigen Rotschlammlawine betroffene Gebiet, die Dörfer Kolontar und Devecser, im Westen des Landes, und traf sich mit Vertretern der katholischen Hilfswerke.

Am Montag vergangener Woche war ein Abfallbecken der MAL im westungarischen Ajka geborsten. Fast eine Million Kubikmeter Bauxitschlamm liefen aus und überschwemmten mehrere Dörfer. Acht Menschen starben, 150 wurden verletzt. Das Ökosystem zweier Flüsse wurde zerstört. Mehr als 4000 Einsatzkräfte sind in der Region im Einsatz unter ihnen auch die ungarische Caritas und andere Hilfsorganisationen, um die Verwüstungen zu beseitigen und eine mögliche zweite Giftschlammwelle zu verhindern.

Nach Informationen des Erzbistums Esztergom-Budapest und der Caritas in Ungarn traf der apostolische Nuntius in den betroffenen Gebieten ein, um als Vertreter des Heiligen Vaters diese Gebiete zu besuchen und sich über die Schäden zu informieren. Mit Schutzmaske gewappnet, wie alle Freiwilligen in der Region, bekam er aus erster Hand die massiven Zerstörungen mit, vor allem in der Gemeinde Kolontar, das zuerst von der Lawine erreicht wurde.

Der apostolische Nuntius besuchte zerstörte Häuser, die durch die Flut völlig unbewohnbar geworden sind, und traf sich mit den Freiwilligen, die sich an der Rettungsaktion beteiligen. Die Katastrophe hatte eine große Welle der Solidarität ausgelöst, aus dem ganzen Land finden sich Helfer ein, besonders auch aus den Gebieten, die im Frühjahr vom Hochwasser betroffen waren, um den Betroffenen zu helfen.

Auch verschiedene Notunterkünfte suchte Nuntius Janusz auf, wie die Sporthalle und die Pfarrei, in der die evakuierten Familien vorübergehend einquartiert werden konnten. Er betete mit den Evakuierten, und erinnerte an seinen letzten Besuch in Devecser und Kolontar im Oktober 2008: „Vielleicht erinnert ihr euch daran, dass ich vor zwei Jahren kam, um den „Jesus-Weg" einzuweihen. Jetzt bin ich kommen, um nicht nur eure Freude mit euch zu teilen, sondern auch euren Schmerz. Gott stellt die Menschen manchmal vor Herausforderungen, aber er gibt ihnen auch die nötige Kraft, sie zu überwinden. Ich hoffe, dass wir uns bald wieder unter ruhigeren Bedingungen wiedersehen können."

Die ungarische Caritas und die Katholische Kirche stehen in ständigem Kontakt mit der Internationalen Caritas. Erzbischof Juliusz Janusz, informierte die Internationale Caritas und den Botschafter des Heiligen Stuhls über die Situation und die Rettungsarbeiten in den betroffenen Gebieten.

Auf ihrer Webseite bieten das Erzbistum Esztergom-Budapest und die ungarische Caritas neueste Informationen über die Geschehnisse und die Hilfsaktionen der katholischen Kirche. Dort findet man auch Angaben zu Bankkonten kirchlicher Gremien, die die Hilfsgelder koordinieren: www.karitasz.hu und www.esztergomi-ersekseg.hu.