Kirche kritisch gegenüber feministischen Strömungen, welche die Bedeutung der Familie herabwürdigen

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VATIKAN, 26. September 2004 (ZENIT.org) – Die katholische Kirche verurteilt Feminismus nicht in seiner Gesamtheit, nur jene Strömungen, die eine Gender-Ideologie angenommen haben und die entscheidende Rolle der Familie herabwürdigen, schreibt das Magazin Civiltà Cattolica.


„Die Kirche verurteilt nicht den Feminismus als Ganzes, denn sie erkennt an, dass dieser trotz der Fehler und Übertreibungen die Anerkennung der Würde der Frau und ihrer Gleichberechtigung mit dem Mann herbeigeführt hat“, erklärt das alle zwei Monate erscheinende römische Journal der Gesellschaft Jesu.
Das Magazin brachte einen Kommentar zum „Schreiben an die Bischöfe der katholischen Kirche über die Zusammenarbeit von Mann und Frau in der Kirche und in der Welt.“ Die Kongregation für die Glaubenslehre veröffentlichte dieses Schreiben am 31. Juli 2004.

Diese Gleichheit von Mann und Frau muss „trotz ihrer geschlechtlichen und psychologischen Unterschiede die ungerechte Diskriminierung“ überwinden, betont der Artikel.
Gleichzeitig warnt der Artikel vor der Gender-Ideologie, die „besonders gefährlich ist, weil sie die Familie in Frage stellt“, mahnt der Artikel.

Ziel der Gender-Ideologie ist, den angeblichen „biologischen Determinismus“ zu überwinden, der von der sexuellen Orientierung auferlegt wird, was „gender“ (Geschlecht) zu einer rein persönlichen Option macht und jeder Art des Zusammenlebens, wie beispielsweise der Heirat von Homosexuellen, den Status von Familie verleiht. „Die Familie wird heute von allen Seiten angegriffen. Das erklärt auch, warum die Kirche so häufig zu ihrer Verteidigung ihre Stimme erhebt“, heißt es weiter.
Was die Kirche heute an der Gender-Ideologie kritisiert, ist ihre Bedrohung für die Familie, entweder „durch eheähnliche Lebensgemeinschaften oder durch die Verbreitung homosexueller Praktiken.“
Der 10seitige Artikel betrachtet die feministische Bewegung aus kirchlicher Sicht und würdigt jene Aspekte, die man als historische Errungenschaften bezeichnen kann. „Es ist wichtig hervorzuheben, dass in der Kirche in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nicht nur viele Fehler der Vergangenheit über die Natur des Weiblichen, die Rolle und Aufgabe der Frau und ihre Untergebenheit dem Mann gegenüber korrigiert wurden, sondern die Frauenfrage auch tiefgründig nachuntersucht wurde“, hebt die Zeitschrift hervor.
Nach Durchsicht der Lehrmeinungen verschiedener Päpste zum Thema Frau hat dem Artikel zufolge „Johannes Paul II. die uneingeschränkteste Würdigung der Frau in der Kirche erreicht“ und ihre „dem Mann gleichgestellte Würde“ hervorgehoben.