Kirche unterstützt die Behandlung mit adulten Stammzellen

Weiterhin Ablehnung der Nutzung von Embryonen

| 1153 klicks

von Antonio Gaspari

Rom, 15. November 2011 (Zenit.org) – Die Kirche unterstützt und fördert die Forschung und die Behandlung mit adulten Stammzellen, lehnt aber jeglichen Gebrauch von Zellen ab, die von ausschließlich zu therapeutischen Zwecken produzierten Embryonen stammen.

Das betonte Papst Benedikt XVI. in seine Ansprache am Samstag, den 12. November, bei der Audienz für die Teilnehmer des internationalen Kongresses über das Thema „Adult Stem Cells: Science and the Future of Man and Culture", der vom päpstlichen Rat für die Kultur gefördert wurde.

Laut Papst Benedikt „bietet die wissenschaftliche Forschung eine einzigartige Gelegenheit, das Wunder des Universums zu erforschen, die Komplexität der Natur und die unnachahmliche Schönheit des Lebens, und damit auch des Menschenlebens“.

„Aber", so Papst Benedikt weiter, „da die Menschen eine unsterbliche Seele besitzen und nach Gottes Ebenbild geschaffen sind, gibt es Dimensionen der menschlichen Existenz, die jenseits der Dinge liegen, über die Naturwissenschaften entscheiden können.“

Dazu erklärte der Bischof von Rom: „Wenn diese Grenzen nicht beachtet oder überschritten werden, besteht die ernsthafte Gefahr, dass die einzigartige und unantastbare Würde des Menschenlebens sich rein wissenschaftlichen Aspekten unterordnen muss.“

Er fügte hinzu, „wenn diese Grenzen hingegen gebührend respektiert werden, kann die Wissenschaft einen beachtlichen Beitrag zur Förderung und Erhaltung der Menschenwürde leisten“.

Was die Forschung und den Gebrauch der Stammzellen betrifft, hob der Papst hervor, dass „der potenzielle Nutzen der Forschung mit adulten Stammzellen bemerkenswert ist, da die Besserung, die solche Therapien versprechen, einen wichtigen Fortschritt in der Medizin bedeutet und den Kranken und ihren Angehörigen neue Hoffnung geben würde.“

Besorgt äußerte sich der Papst hingegen über pragmatische Denkweisen, durch die Embryonen nur zu therapeutischen Zwecken produziert und vernichtet werden.

„Die Vernichtung auch eines einzigen Menschenlebens, so Benedikt XVI. mit Nachdruck, kann niemals rechtfertigt werden durch den Nutzen, den es eines Tages anderen bringen könnte.“

Hierzu zitierte der Papst Abschnitt 32 der Instruktion Dignitas Personae der Kongregation für die Glaubenslehre: „Ethische Probleme entstehen nicht, wenn die Stammzellen aus Gewebe eines erwachsenen Organismus, aus dem Nabelschnurblut bei der Geburt oder aus Gewebe von Föten, die eines natürlichen Todes gestorben sind, entnommen werden“.

Nachdem er die ethischen Grenzen der Forschung hervorgehoben hatte, erklärte Papst Benedikt, dass die Kirche nicht nur an die Bedürfnisse der Wehrlosen und somit der Ungeborenen denke, sondern auch an diejenigen, die sich keine kostspieligen Behandlungen leisten könnten. Denn  Krankheiten machten keine Ausnahmen und alle sollten vom Fortschritt der wissenschaftlichen Forschung profitieren können, unabhängig von ihren finanziellen Mitteln.

Um sicherzustellen, dass der medizinische Fortschritt mit einer gerechten Verfügung des Gesundheitsdienstes einhergeht, hob der Papst hervor, wie sehr die Kirche konkrete Hilfe durch ihre Kranken-Pastoral in vielen Ländern der Welt leiste, mit ihrer besonderen Aufmerksamkeit gegenüber den Bedürfnissen der Armen.

Zum Schluss versicherte der Papst alle, „die so hart arbeiten, um den Leidenden Rettung und Hoffnung zu bringen“ seines besonderen Gebets und vertraute „alle Patienten, die von der Forschung und der Behandlung mit adulten Stammzellen profitieren können“ der Fürbitte Marias als der „Salus Infirmorum" (Heil der Kranken) an.

[ZENIT-Übersetzung des italienischen Originals]