Kirche von Ecuador und München vertiefen ihre Zusammenarbeit

Erzbischof Marx auf Pilgerreise zu den Partnerdiözesen im Andenstaat

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QUITO, 3. September 2009 (ZENIT.org).- Gemeinsam mit dem Präsidenten der Ecuadorianischen Bischofskonferenz und Erzbischof von Guayaquil, Antonio Arregui Yaraz, hat der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx, über Strategien gesprochen, um die gute Zusammenarbeit weiterzuentwickeln. Nun wurde diesbezüglich ein Abkommen unterzeichnet, das die zukünftige Kooperation rechtlich verbindlich regelt. Das Programm unterstützt seit rund 45 Jahren Tausende von Kindern, ältere Mitbürgern und Familien in den ärmsten Gebieten des Andenstaates.

Die Erzdiözese München und Freising gibt für Projekte in Ecuador jährlich rund zwei Millionen Euro aus dem Diözesanhaushalt aus. Schwerpunkte liegen dabei in den Bereichen Ausbildung, Gesundheit und Soziales – es werden gezielt Krankenhäuser für Arme, Sanitätsstationen, Einrichtungen für Behinderte, Alte und Straßenkinder unterstützt. Mehr als 120 Pfarreien des Erzbistums tragen partnerschaftliche Aktivitäten mit, zahlreiche Gemeinden unterhalten direkte Beziehungen zu Pfarreien in Ecuador. Der Diözesanrat der Katholiken steht im Austausch mit dem Laienrat der Katholiken in Ecuador und koordiniert mit einem Arbeitskreis die Ecuador-Initiativen in der Erzdiözese. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend fördert den Einsatz von Freiwilligen in der Entwicklungshilfe und veranstaltet Austauschprojekte.

Bischof Marx war am Montag, dem 31. August, zu einer zwölftägigen Pilgerreise nach Ecuador aufgebrochen. Am Dienstag kam es im Kapitelsaal der Kathedrale zur Unterzeichnung des Abkommens, zu der alle Bischöfe erschienen waren. Angesichts der weltweiten Finanzkrise will Erzbischof Marx die seit mehr als 45 Jahren gepflegte Partnerschaft des Erzbistums mit der Ecuadorianischen Bischofskonferenz vertiefen und ihre Grundlage in wirtschaftlich schwieriger Zeit zu sichern.

„Wir wollen Solidarität mit den Menschen in Ecuador zeigen, gemeinsam unseren Glauben leben und Erfahrungen in der Seelsorge austauschen“, erklärte Marx vor Beginn der Reise. „Schritt für Schritt will ich die Partnerschaft weiterentwickeln, die meine Vorgänger auf dem Bischofsstuhl von München und Freising seit Kardinal Döpfner aufgebaut haben.“

Msgr. Raúl Vela Chiriboga, Erzobischof von Quito und Primas von Ecuador, bedankte sich bei Erzbischof Marx für dessen Besuch,  „der ein Zeugnis der Zuneigung und der Geschwisterlichkeit der engen Bindungen zwischen München und Ecuador ist“.  Diese Verbindung sei zudem getragen „von einer Gemeinschaft des Gebetes, der gegenseitigen Freundschaft und des Vertrauens“.

Erzbischof Marx gab seinerseits die Namen der beiden Kontaktpartner der Erzdiözese im Land bekannt: Martin Schlachtbauer und Alexander Sitter. Nach dem Besuch der Hauptstadt Quito wird Marx im ganzen Land Krankenhäuser, Einrichtungen wie das HIV-Präventionszentrum „Josemaria“ in der Stadt Guyaquil, Schulen, Bildungs- und Missionszentren besuchen. Im Erzbistum Portoviejo besucht er die „Casa Cardenal Wetter“ – ein Haus, in dem die Kinder strafgefangener Frauen betreut werden und das den Namen seines Amtsvorgängers trägt. Begleitet wird Marx unter anderem vom designierten neuen Generalvikar Prälat Peter Beer und vom Leiter des Referats Weltkirche, Domkapitular Wolfgang Huber.

Den Grundstein für die Partnerschaft legten der frühere Erzbischof von München und Freising, Kardinal Julius Döpfner, und der damalige Erzbischof von Guyaquil, Bernadino Echeverria, beim Zweiten Vatikanischen Konzil in Rom. Bei einer Begegnung entstand der Gedanke einer längerfristigen Zusammenarbeit. Auch Döpfners Nachfolger, Kardinal Joseph Ratzinger und Kardinal Friedrich Wetter, besuchten die Diözesen Ecuadors.