„Kirchen gegen Armut und Ausgrenzung“ : Heidelberger Tagung hat begonnen

Kurienkardinal Josef Cordes analysiert die Anthropologie des Helfens und „Deus Caritas est”

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HEIDELBERG, 6. März 2008 (ZENIT.org).- Kirchengemeinden wollen sich gemeinsam gegen Armut und Ausgrenzung engagieren. Das ist erklärtes Ziel des Kongresses des Diakoniewissenschaftlichen Instituts der Universität Heidelberg, der ab heute bis zum 8. März 2008 in den Räumen der Alten und Neuen Universität stattfindet.

Kurienkardinal Josef Cordes hat heute bei der Heidelberger Tagung „Kirchen gegen Armut und Ausgrenzung" einen Vortrag über die Anthropologie des Helfens und „Deus Caritas est" gehalten. Außer dem Präsidenten des Päpstlichen Rates Cor Unum nehmen laut Tagungsprogramm unter anderem Caritas-Präsident Peter Neher und der Präsident des Diakonischen Werkes, Klaus-Dieter Kottnik, teil.

Gruppen engagierter Bürger, Kirchengemeinden, aber auch Städte und Landkreise haben neue Initiativen ergriffen, armen und ausgegrenzten Menschen zu begegnen. Sie helfen in akuten Notlagen, wollen aber darüber hinaus mit den Betroffenen zusammen ihre Situation verändern: mittels Workshops, Präsentationen von „Good-Practice-Modellen", Vorträgen von Wissenschaftlern und Podiumsdiskussionen mit Kirchenleuten und Politikern aus Deutschland und Europa. Neben dem Austausch über unterschiedliche Strategien ist Ziel des Kongresses, regional und europaweit eine größere Vernetzung der einzelnen Initiativen zu erreichen, um ausgegrenzten Menschen wirksamer helfen zu können.

Der Kongress wird vom Diakoniewissenschaftlichen Institut der Universität Heidelberg und dem Arbeitsbereich Caritaswissenschaft der Universität Freiburg gemeinsam organisiert und findet in Kooperation mit den Diakonischen Werken in Baden und in Württemberg sowie dem Diözesan-Caritasverband Freiburg statt. In Heidelberg unterstützen das Diakonische Werk, der Caritasverband sowie Mitarbeiter aus der evangelischen und katholischen Kirche die Vorbereitungen.

Eingeladen sind Freiwillige, kirchliche Mitarbeiter sowie alle, die ihre Projekte präsentieren wollen und Gesprächspartner suchen. Der Kongress ist auch offen für Verbände und Institutionen, die sich in Städten oder Regionen basisnah gegen Armut und Ausgrenzung engagieren oder engagieren wollen.

Themen des Kongresses sind unter anderem: Initiativen gegen Menschenhandel und Prostitution, Arbeit mit Menschen ohne Aufenthaltserlaubnis, Spiritualität der Nächstenliebe, Gemeindeaufbau im Umfeld von Armut, Arbeit mit sozial gefährdeten Jugendlichen und mit psychisch kranken Menschen, Kooperation von Kirchengemeinden mit caritativen und diakonischen Einrichtungen, politisches Engagement und Lobby-Arbeit, Entwicklung von Gemeinwesen, der Beitrag der Kirchen für ein soziales Europa.

Die Schirmherrschaft des Kongresses hat der Präsident des Europäischen Parlaments in Straßburg, Prof. Dr. Hans-Gert Pöttering, übernommen.

Nähere Informationen zum Kongress und Online-Anmeldung: http://www.dwi.uni-heidelberg.de/diakonie-kirchen