Kirchenrechtler beraten über Interkonfessionelle Problematik bei Mission

Internationale Konferenz der Kirchenrechtler in Tschenstochau

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TSCHENSTOCHAU, 14. September 2009 (ZENIT.org).- „Die ungeeinte Kirche widerspricht dem Willen Jesu Christi; sie ist eine Realität, die der Mission und der Evangelisierung widerspricht. Man muss alle zur Verfügung stehenden Mittel - wie das Gebet - nutzen, um den Willen Jesu zu verwirklichen. Wenn ein Priester die Kirche liebt, dann muss er auch fühlen, dass dies nicht gut ist. Man muss den Geist Christi bewahren und von der Einheit Zeugnis ablegen.“ Das bekräftigte der Präsident des Päpstlichen Rates für die Gesetzestexte, Erzbischof Francesco Coccopalmerio, vor kurzem im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Fides der Kongregation für die Evangelisierung der Völker.

Der Erzbischof hatte an der internationalen Konferenz der Kirchenrechtler teilgenommen, die letzte Woche im polnischen Wallfahrtsort Tschenstochau tagte. Das Thema lautete: „Die interkonfessionelle Problematik und die Verwirklichung der heiligenden Sendung der Kirche“.

Die Kirchenrechtler befassten sich mit Themen wie der Verbindlichkeit der Sakramente als Voraussetzung für die Teilnahme der Gläubigen an der kirchlichen Gemeinschaft, das Recht der Gläubigen auf die Sakramente, die „Communicatio in sacris“ in Recht und Praxis der Ortskirchen in den europäischen Ländern; mit den Prozessen zur Annullierung von Ehen und der Rechtsform der Mischehe.

An der Konferenz, die in der nach Papst Johannes Paul II. benannten Aula im Großen Seminar der Erzdiözese Tschenstochau stattfand, nahmen rund 150 Kirchenrechtler aus verschiedenen Ländern teil: Polen, Tschechische Republik, Slowakei, Weißrussland, Frankreich, Italien. Unter ihnen auch der Präsident des Päpstlichen Rates für die Gesetzestexte, Erzbischof Coccopalmiro; der Leiter der Ökumene-Kommission der Polnischen Bischofskonferenz, Msgr. Tadeusz Pius, sowie Experten der Katholischen Universität Lublin, der Universität Kardinal Wyscinski in Warschau und der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom.

Zum Tagungsthema erklärte Erzbischof Coccopalmiro gegenüber Fides: „Das von den polnischen Kirchenrechtlern für die Konferenz ausgesuchte Thema ist meiner Meinung nach sehr wichtig und sehr aktuell, denn die Kirche ist in der heutigen Zeit zu einem mehr und mehr überzeugten ökumenischen Handeln verpflichtet. Unsererseits sollten wir, wenn es im Grunde auch immer ein Werk Gottes bleibt, die volle Einheit unter allen Kirchen stärken. Es muss für uns eine wahre ökumenische Leidenschaft existieren.“