Kirchenrektor von Notre Dame strengt Klage gegen Radikalfeministinnen an

Militante Gruppe "Femen" wegen Störung des Gottesdienstes, Beschädigung von Kultgegenständen und Körperverletzung angeklagt

Rom, (ZENIT.org) | 1076 klicks

Gegen drei Aktivistinnen der militanten französisch-ukrainischen Feministinnengruppe „Femen“, die am Dienstag in der Pariser Kathedrale Notre-Dame halbnackt aufgetreten sind, habe das Kirchenrektorat drei Klagen eingereicht. So zitiert die Österreichische Bischofskonferenz die Westschweizer katholische Nachrichtenagentur APIC vom Freitag. Die barbusigen Frauen seien wegen Störung des Gottesdienstes, Beschädigung von Kultgegenständen ‑ eine der neuen, noch nicht aufgehängten Glocken sei mit Schlägen malträtiert worden ‑ sowie wegen Körperverletzung angeklagt worden. Verletzt wurden zwei Ordnungsbeamte, die die Aktivistinnen aus der Kathedrale entfernten.

Frankreichs Innenminister Manuel Valls und der sozialistische Bürgermeister von Paris, Bertrand Delanoe, hatten den Vorfall verurteilt. Als „respektlos“ wurde er auch vom Rat der Muslime (Conseil francais du culte Musulman/CFCM) kritisiert.

Acht Frauen der Lobbyorganisation „Femen“ hatten am Dienstagmorgen nur mit Slip bekleidet die Kirche betreten und „No more pope“ („Nie wieder Papst") skandiert. Dabei schlugen sie auf eine der zurzeit in Notre-Dame ausgestellten neuen Kirchenglocken ein. Auf den nackten Oberkörper hatten sie ihre Slogans wie „Keine Homophobie“, „Bye Bye Benedikt“ oder „Glaubenskrise“ gemalt. Die von der Ukrainerin Inna Schewtschenko gegründete Organisation hat seit September eine Niederlassung in Paris.

Aktivistinnen von „Femen“-Paris hatten bereits am 13. Januar in blasphemischer Weise auf dem Petersplatz gegen die Haltung der Kirche zu Homosexuellen demonstriert. Hintergrund des Protestes war die bei der Neujahrsansprache von Papst Benedikt XVI. geäußerte Kritik an der „Homo-Ehe“ und an der Gender-Theorie.